Flüchtlings-Zoff jetzt sogar bei den Linken

Der Chemnitzer Bundestagsabgeordnete Michael Leutert springt seiner Fraktions-Chefin helfend zu Seite.
Der Chemnitzer Bundestagsabgeordnete Michael Leutert springt seiner Fraktions-Chefin helfend zu Seite.

Chemnitz - Der Bundestagsabgeordnete Michael Leutert (41, Linke) warnt in der Flüchtlingsdebatte vor einer rosaroten Brille. Damit eckt der Chemnitzer bei seinen eigenen Genossen an.

„Wir wollen keine Obergrenzen“, so Leutert im Tagesspiegel. „Aber wir können nicht jedes Jahr eine Million Asylbewerber aufnehmen. Wenn wir unsere Gesellschaft ruinieren, gibt es niemanden mehr, der Flüchtlingen helfen kann.“ Diesem Problem müsse man sich „mit Pragmatismus, nicht mit Ideologie stellen“.

Leutert springt Sahra Wagenknecht (46), Chefin der Bundestagsfaktion, zur Seite. Die hatte gesagt: „Wer sein Gastrecht missbraucht, der hat sein Gastrecht eben auch verwirkt.“ Was zum Aufschrei der Genossen führte. Leutert: „Die Kölner Vorkommnisse waren ein Vorgeschmack, die eigentlichen Probleme, wie die Integration, kommen noch. Was, wenn in Chemnitz 10.000 Muslime leben, die eine Moschee wollen?“ Er sei nicht dagegen. „Wir müssen uns auf eine solche Diskussion aber vorbereiten.“

Leutert nimmt am 1. Februar an der Einwohnerversammlung der Stadt zum Thema Asyl in der Stadthalle teil. „Mir geht es um eine linke Flüchtlingspolitik, die Sorgen von Bürgern auch dann wahrnimmt, wenn sie uns nicht passen.“

Sahra Wagenknecht (46) fordert mehr Ehrlichkeit in der Asyldebatte und wird von ihren Genossen dafür ausgeschimpft.
Sahra Wagenknecht (46) fordert mehr Ehrlichkeit in der Asyldebatte und wird von ihren Genossen dafür ausgeschimpft.

Fotos: Kay Niettfeld/dpa, Inga Haar/PR


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