Lichdi rechnet mit Rot-Rot-Grün im Rathaus ab

Jan Donhauser (46, CDU) lässt die Kritik scheinbar kalt.
Jan Donhauser (46, CDU) lässt die Kritik scheinbar kalt.

Von Dominik Brüggemann

Dresden - Ein gutes Jahr Rot-Rot-Grün - für Grünen-Grande Johannes Lichdi (51) Zeit für eine kritische Bilanz. Auf zehn Seiten schrieb der verkehrspolitische Sprecher seiner Partei eine Abrechnung, die auch vor Freunden nicht Halt macht.

Zunächst aber greift er die CDU an - sie ist ihm als Opposition nicht stark genug. Sein Urteil: Keine Strategie und in der Zusammenarbeit kompromissunfähig.

Auch die eigenen Koalitionspartner von SPD und Linken kommen nicht immer gut weg: Zur OB-Wahl mit Eva-Maria Stange sagt er: „Stanges Niederlage ist auch eine der Kooperation“ von Rot-Rot-Grün.

Deshalb sei der größte Erfolg, dass die Koalition überhaupt noch bestehe.

Johannes Lichdi (51, Grüne) zog nach einem Jahr Rot-Rot-Grün eine erste Bilanz.
Johannes Lichdi (51, Grüne) zog nach einem Jahr Rot-Rot-Grün eine erste Bilanz.

Seine Partei sieht er gar in einer Schlüsselstellung: „Die SPD kann nur gemeinsam mit den Grünen zur CDU springen.“ Im Klartext: Sollte die SPD etwa mit einer großen Koalition mit der Union liebäugeln, käme eine neue Mehrheit nur zustande, wenn auch die Grünen mitzögen.

Lichdi: „Solange die internen Mehrheiten in der grünen und der sozialdemokratischen Fraktion für ein Linksbündnis eintreten, wird die Kooperation stabil bleiben.“

Dabei gibt er den Linken gleich eine Warnung mit auf den Weg: „Dies setzt allerdings voraus, dass die Linke als stärkste Kraft vor allem haushaltspolitisch die beiden Partner nicht überfordert.“

Bei CDU-Fraktionschef Jan Donhauser (46) perlt Lichdis Wunsch nach einem stärkeren Gegner eiskalt ab: „Ich empfehle Herrn Lichdi, sich mit dieser Meinung über uns mit der eigenen Fraktionsführung auseinanderzusetzen.“

Fotos: Steffen Füssel,Ove Landgraf


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