Leipzig feiert Lichtfest! Dabei begann die Revolution woanders

Leipzig - Auf dem Lichtfest gedenken zur Stunde Tausende Menschen in Leipzig der Demonstration der 70.000, die vor 29 Jahren die Friedliche Revolution in der DDR auslöste. Den ersten Sieg der demokratischen Kräfte gab es allerdings im Vogtland.

Mit einem Konzert wurde dem 9. Oktober 1989 in der Messestadt gedacht.
Mit einem Konzert wurde dem 9. Oktober 1989 in der Messestadt gedacht.

Lesungen, Lichtinstallationen, Ausstellungen, Dispute und Konzerte - an zahlreichen Stellen der Messestadt ist der 9. Oktober 1989 am Dienstagabend wieder allgegenwärtig.

In der voll besetzten Nikolaikirche hielt Pfarrer Markus Meckel (66), der später letzter Außenminister der DDR wurde, das traditionelle Friedensgebet.

Die frühere Bundesjustizministerin Herta Däumler-Gmelin (75, SPD) betonte in ihrer anschließenden Rede zur Demokratie, dass respektvoller Dialog mit Andersdenkenden "das Lebenselixier der Demokratie" sei.

Zum Höhepunkt des Lichtfests formen die Besucher mit Tausenden Kerzen eine große 89 auf dem Augustusplatz.

Was bei der Leipziger Feier jedoch etwas untergeht: Die Welle der friedlichen Großdemonstrationen entsprang eigentlich in Plauen. Am 7. Oktober 1989, mithin zwei Tage eher als in der späteren „Heldenstadt“ Leipzig, gingen die Bewohner der Spitzenstadt auf die Straße und wiesen mit dem Ruf „Wir sind das Volk“ die Staatsmacht in die Schranken.

Der US-Historiker Prof. John Connelly (59) bezeichnete Plauen später als die erste ostdeutsche Stadt, die einen geeinten Willen zur Wende ausgedrückt habe.

Prominente entzündeten Kerzen zum Lichtfest, darunter auch der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (2.v.r.).
Prominente entzündeten Kerzen zum Lichtfest, darunter auch der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (2.v.r.).
Das Lichtfest 2017 stand ganz unter dem Motto "Teilhabe".
Das Lichtfest 2017 stand ganz unter dem Motto "Teilhabe".