Diese Medikamente sind in Sachsens Unikliniken Mangelware

Die Krankenhausapotheke am UKL. Vor allem Antibiotika, Krebsmedikamente und Mittel gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind Mangelware.
Die Krankenhausapotheke am UKL. Vor allem Antibiotika, Krebsmedikamente und Mittel gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind Mangelware.  © DPA

Leipzig/Dresden - Eigentlich sollten Krankenhäuser stets genügend Medikamente auf Lager haben - doch ausgerechnet Sachsens Unikliniken klagen über Lieferengpässe.

Vor allem Arzneimittel und Stoffe für weitverbreitete Krankheiten und Leiden sind am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) ein knappes Gut. Wie der "MDR" zuerst berichtete, klagt die dortige Krankenhausapotheke über Engpässe bei Antibiotika, Mitteln zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebsmedikamenten.

Eine Behandlungen würden trotzdem alle Patienten erhalten, versicherte der Direktor der Krankenhausapotheke am UKL, Roberto Frontini, dem MDR. Problematisch sei eher, dass es sehr viel Zeit und Geld benötige, um alternative Medikamente zu suchen und herzustellen.

Unter Zeitdruck könnten auch Fehler bei der Zusammenstellung der Wirkstoffe passieren - zum Glück bislang ohne Folgen für die Patienten. Diese würden von den Ärzten über die Risiken möglicher alternativer Medikamente aufgeklärt, betonte Frontini.

Ein Arzt impft eine Patientin (Symbolbild). Derzeit wartet die UKL-Apotheke auf Tollwut-Impfstoff.
Ein Arzt impft eine Patientin (Symbolbild). Derzeit wartet die UKL-Apotheke auf Tollwut-Impfstoff.  © dpa (Symbolbild)

In diesem Jahr konnten am UKL laut Frontini bereits 38 Wirkstoffe für zwei Wochen oder länger nicht geliefert werden. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt 177 Medikamente und andere Mittel. Besonders problematisch ist das bei sogenannten versorgungskritischen Wirkstoffen, die einmalig und unersetzbar für die Behandlung einer Krankheit sind.

Schätzungsweise fünf Prozent der fehlenden Lieferungen seien solche versorgungskritischen Wirkstoffe, so Frontini. Aktuell fehle zum Beispiel der Tollwut-Impfstoff, der erst Ende März lieferbar sei. Auch Antibiotika sind bundesweit knapp, allerdings hat die Krankenhausapotheke am UKL hier mit großzügigen Reservierungen vorgesorgt.

Das Universitätsklinikum Dresden berichtet auf MDR-Anfrage ebenfalls von Lieferengpässen, nennt deren Zahl aber "nicht ganz so dramatisch". Viele Medikamente könnten durch eine andere Behandlung ausgeglichen werden, so die Dresdner Uniklinik. Am kritischsten ist die Lage nach eigenen Angaben bei Antibiotika gegen multiresistente Keime, wie zum Beispiel MRSA.

Die Unikliniken in Leipzig und Dresden sind kein Einzelfall, was fehlende Medikamente angeht. Laut einer Studie der AOK Baden-Württemberg fehlen in den befragten Krankenhausapotheken Arzneimittel mit 280 verschiedenen Wirkstoffen. 30 davon werden als versorgungskritisch eingestuft.


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