1:3! Union macht die nächste Lilien-Krise perfekt

Berlin - Drei Niederlagen aus den letzten vier Pflichtspielen - für den SV Darmstadt 98 lief es zuletzt alles andere als rund. Beim Tabellendritten der 2. Fußball-Bundesliga, dem 1. FC Union Berlin, erntete die Truppe von Trainer Dirk Schuster die nächste Pleite. Am Ende hieß es 1:3 (0:2).

Von den Rängen kam die ersten 45 Minuten lang praktisch nichts. Der Grund: Die Fans protestierten an diesem Spieltag unter anderem gegen die Montagsspiele.
Von den Rängen kam die ersten 45 Minuten lang praktisch nichts. Der Grund: Die Fans protestierten an diesem Spieltag unter anderem gegen die Montagsspiele.

21.474 Zuschauer hatten sich im Stadion an der Alten Försterei eingefunden, um dem Samstagnachmittag-Match beizuwohnen. Die Treffer erzielten Sebastian Andersson (28. und 43.) und Aytac Sulu (ET/65.) auf Seiten der Hausherren. Für den SVD traf Serdar Dursun (73.).

Für die Lilien waren die Hauptstädter zuletzt ein angenehmer Gegner. Keines der letzten vier Aufeinandertreffen verloren die Schuster-Jünger. Und der Darmstädter Fußballlehrer konnte personell nahezu aus den Vollen schöpfen.

Noch einen Tag vor dem Anpfiff bangte er um die Einsätze von Dursun - der gegen Köln von Terrence Boyd ersetzt wurde - und Slobodan Medojevic, doch beide standen in der Startformation.

Im Gegensatz zur 0:3-Heimspiel-Pleite gegen die Geißböcke gab es darüber hinaus nur einen Wechsel in der ersten Elf. Tobias Kempe ersetzte nach abgesessener Gelbsperre Yannick Stark.

Was von Sekunde eins an auffiel - im Stadion war es mucksmäuschenstill. Woran das lag? Die Fans der 1. bis hinunter in die 5. Liga demonstrierten an diesem Spieltag gegen Montagsspiele, die 50+1-Regel und viele weitere aus ihrer Sicht fan-unfreundliche Bestimmungen der DFL.

Schwer zu sagen, ob sich die Teams von dieser Tatsache beeinflussen ließen. Doch Fakt blieb, dass auf dem Platz in der Anfangsphase nur wenig spielerisch Attraktives zu sehen war. Doch die sich immer stärker anbahnende Überlegenheit der Hausherren machte sich in der 28. Minute bezahlt.

Bis zur 1:0-Führung der Gastgeber war die Partie vor allem von teils recht harten Zweikämpfen, wie hier zwischen Darmstadts Aytac Sulu (oben) und Unions Felix Kroos, geprägt.
Bis zur 1:0-Führung der Gastgeber war die Partie vor allem von teils recht harten Zweikämpfen, wie hier zwischen Darmstadts Aytac Sulu (oben) und Unions Felix Kroos, geprägt.

Ausgangspunkt war ein Eckball von Christopher Trimmel, die über Umwege zu bei Ken Reichel landete. Dessen Hereingabe erreichte Andersson, der das Spielgerät letztlich zum 1:0 Daniel Heuer-Fernandes vorbeischob.

Von den Gästen gab es im Verlauf der ersten 45 Minuten keinerlei nennenswerten Ausflüge vor das Tor von Union-Keeper Rafał Gikiewicz, während Andersson das Toreschießen für sich entdeckte.

Denn der nutzte eine Hereingabe in den Sechzehner von Trimmel - die Kempe nicht geklärt bekommt - eiskalt zum 2:0 (43.). Mit diesem Spielstand ging es für die beiden Teams dann schließlich auch in die Kabinen. Besonders bitter: Kapitän Sulu sah vor der Pause seinen insgesamt fünften gelben Karton und fehlt somit im Heimspiel gegen Schlusslicht Ingolstadt (44.).

Nach dem Wiederanpfiff durch Schiedsrichter Marco Fritz kehrte zumindest die Geräuschkulisse von den Zuschauer-Rängen zurück, an der Souveränität der Gastgeber änderte sich jedoch zunächst nichts. Schon nach weniger als drei Minuten hatte Doppelpacker Andersson die erste gute Gelegenheit, verzog jedoch deutlich (48.).

Matchwinner der Partie war Unions Sebastian Andersson (Li.), der zwei Treffer erzielen konnte. Hier setzte er zum 2:0 an, das Darmstadts Marcel Franke nicht verhindern konnte.
Matchwinner der Partie war Unions Sebastian Andersson (Li.), der zwei Treffer erzielen konnte. Hier setzte er zum 2:0 an, das Darmstadts Marcel Franke nicht verhindern konnte.

Schusters erste Maßnahme um offensiv mehr Schwung in das Spiel seiner Mannschaft zu bringen war die Personalie Marvin Mehlem, der Johannes Wurtz ersetzte (55.).

Doch Torgefahr strahlten die Lilien nur vor dem eigenen Tor aus. Denn zu allem Überfluss fälschte Capitano Sulu die Kugel nach einem Trimmel-Kopfball entscheidend ab - 0:3 (65.). Kurz darauf schlug dann auch noch das Verletzungspech zu: Marcel Franke konnte nicht mehr weitermachen, Immanuel Höhn übernahm seinen Platz (66.).

Fast wie aus dem Nichts dann doch noch ein Lebenszeichen der Kicker aus Darmstadt: Joevin Jones bediente den völlig frei im Strafraum stehenden Dursun, der seinen Gegenspieler stehen ließ und das Leder ins rechte Eck drosch (73.).

Doch das späte Erwachen der Gäste kam schlichtweg zu spät. Am Ende sicherte sich Union einen nicht unverdienten Dreier und bleibt somit weiterhin ungeschlagen.

Für die Lilien kommt es am Samstag (8. Dezember/13 Uhr) zum Heimspiel gegen den Tabellenletzten FC Ingolstadt. Ein Sieg ist für Schusters Truppe vor heimischem Publikum dabei beinahe schon Pflicht.

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