Traurig! Wegen dieser schlimmen Krankheit wartet Lilly Becker vergeblich auf zweites Kind

Boris und Lilly Becker warten aufgrund der Endometriose vergeblich aus ein zweites gemeinsames Kind.
Boris und Lilly Becker warten aufgrund der Endometriose vergeblich aus ein zweites gemeinsames Kind.  © DPA

Wimbledon - Sie versucht, stark zu sein, lächelt immer wieder in die Kamera, obwohl ihre Augen eine ganz andere Sprache sprechen: Lilly Becker (40), Frau des ehemaligen deutschen Tennis-Stars Boris Becker (49) kämpft mit einer schweren Krankheit.

Und die raubt ihr aktuell den Wunsch nach einem zweiten Kind, das sie und Boris, aber vor allem ihr kleiner Sohn Amadeus (7) sich wünschen. "Ich habe mit 37 Endometriose bekommen. Jetzt werde ich bald 41 und wenn ich Frauen damit helfen kann, wenn ich darüber rede, dann mache ich das gern", sagt Lilly bei "Stern TV", die über ihr Schicksal berichten.

Laut Expertenschätzungen erkranken jährlich etwa 40.000 Frauen in Deutschland an der Krankheit, bei der sich Gebärmutterschleimhautszellen außerhalb der Gebärmutterhülle bilden und die Eierstöcke, den Eileiter, die Gebärmutter, die Harnblase, den Darm und das Bauchfell besiedeln. Man geht davon aus, dass die Zellen dann bluten und Entzündungen hervorrufen. Dadurch entstehen Vernarbungen. Diese Verwachsungen führen dazu, dass die angrenzenden Organe beschädigt werden.

Auch Model Anna Wilken, die 2014 an Germany's Next Topmodel teilnahm, leidet unter der Krankheit.
Auch Model Anna Wilken, die 2014 an Germany's Next Topmodel teilnahm, leidet unter der Krankheit.

Die Frauen leiden unter fürchterlichen Schmerzen, doch die Krankheit bleibt oft unentdeckt, weil die Beschwerden mit "normalen" Nebenerscheinungen der Regel erklärt werden. Erst eine ganz spezielle Untersuchung unter Vollnarkose kann die Diagnose zu Tage bringen.

Bis dahin leiden die Frauen, so auch Lilly Becker, Höllenqualen. "Von einem Moment zum anderen habe ich so viele Schmerzen bekommen, dass ich fast ohnmächtig geworden bin. Ich konnte nicht laufen, ich haben viel geweint. Ich habe dann zu Boris gesagt: Die Schmerzen sind so schlimm, ich möchte jetzt wissen, was mit mir los ist", erinnert sich Lilly.

Sie suchte einen Arzt auf und bekam schließlich die niederschmetternde Diagnose. In einer Operation wurde ein Endometriose-Entzündungsherd entfernt. Die in den Niederlanden aufgewachsene Frau hatte die Hoffnung, dass sich der Kinderwunsch endlich erfüllt.

"Sein größter Wunsch ist ein kleiner Bruder. Wir versuchen es, ich würde gern noch ein, oder zwei Kinder haben. Ich liebe es, Mutti zu sein, es ist das beste der Welt", sagt Lilly über ihren Sohn Amadeus und den Wunsch der ganzen Familie nach einem weiteren Kind.

Mit dem Blog "Endo Bay" sollen Frauen über Endometriose aufgeklärt werden.
Mit dem Blog "Endo Bay" sollen Frauen über Endometriose aufgeklärt werden.  © Screenshot/Blog

Nach der Operation war Lilly zuversichtlich, dass es klappen würde. Sie unterzog sich drei Hormonbehandlungen, doch bisher blieben alle erfolglos, sie wurde nicht schwanger.

"Nach der Behandlung kommen die schlimmsten zwei Wochen deines Lebens. Man wartet und hofft, dass es geklappt hat. Nach dem dritten Mal habe ich gesagt: Ok, jetzt nicht mehr. Denn es ist nicht gut für den Körper und den Kopf und Du zweifelst an Dir selbst", beschreibt sie die gescheiterten Versuche, die psychisch extrem belastend sind.

Eine, die das gleiche Schicksal ereilt hat, ist Model Anna Wilken (21), die 2014 bei Germany's Next Topmodel (GNTM) teilnahm und den großen Durchbruch geschafft hat. "Vor zwei Jahren habe ich die Diagnose bekommen. Bis dahin hat die Krankheit keiner erkannt. Man kommt sich so doof vor, weil man ständig etwas hat. Jetzt hast du schon wieder Kopfschmerzen oder Unterleibsschmerzen, Kreislaufprobleme oder Probleme im Magen-Darm-Trakt. Es war eine Erleichterung, als ich wusste, was mit meinem Körper überhaupt passiert", sagt sie.

Ihre Mutter gesteht geschockt, dass sie ihre Tochter lange Zeit nicht ernst nahm: "Es tut mir leid, dass wir sie ab einem bestimmtem Zeitpunkt gar nicht mehr ernst genommen haben, weil sie jeden Tag etwas hatte. Irgendwann wird auch das normal, wir haben versucht, es zu überspielen. Man vermutet nicht, dass da so etwas schlummert."

Hilfe bekommt Anna bei Dr. Michael Hippach im Endometriose-Zentrum in Aurich. Er erklärt, warum die Krankheit oft unentdeckt bleibt. "Für Gynäkologen ist es unter Umständen schwer, die Endometriose zu diganostizieren, weil es nicht eine Untersuchung gibt, die es klar macht. Man muss immer individuell eine Therapie suchen", sagt er.

Auch Martina Liel (41) leidet seit langem an der Krankheit, ist mittlerweile nach zwei großen Operationen sogar zu 30 Prozent erwerbsunfähig, weil sie nicht einen Tag komplett durchstehen kann. Sie hat einen Blog im Netz gegründet, um Frauen aufzuklären und zu helfen. Zudem hat sie das Buch "Nicht ohne meine Wärmflasche" verfasst, in dem sie über die Krankheit berichtet.

Alle drei Frauen hoffen, dass sie durch ihr Offenheit anderen Betroffenen helfen können, die Krankheit zu entdecken und die Schmerzen bald zu lindern.


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