Warum attackierte „Siggi“ seinen Gartennachbarn mit der Axt?

Siegfried H. (59, r.) und seine Anwältin Nadine Röthig gestern vor Gericht.
Siegfried H. (59, r.) und seine Anwältin Nadine Röthig gestern vor Gericht.

Zwickau/Limbach-O. - Sie waren mal dicke Kumpels - am Ende war es blinder Hass. Weil Siegfried „Siggi“ H. (59) seinen Gartennachbarn Hannes M. (53) in Limbach-O. mit Axt und Morgenstern attackierte, musste er vors Zwickauer Landgericht.

Richter Klaus Hartmann beschrieb das Geschehen so: „Es war ein Showdown wie im Western.“

Eine Attacke mit Vorgeschichte: Seit rund zehn Jahren kannten sich die beiden, ihre Gärten lagen in der Sparte „Am Sportplatz e. V.“ in Limbach-Oberfrohna direkt nebeneinander.

2011 der Bruch: Weil immer öfter andere Freunde bei Hannes M. feierten, kündigte Siegfried H. die Freundschaft. Immer wieder gab es Streit, weil es zu laut war.

Im Juni dieses Jahres die Attacke: Siegfried H. rannte plötzlich mit einer Axt in der linken und einer als Morgenstern zurechtgeschnitzten Wurzel in der rechten Hand auf seinen Widersacher zu. Der konnte ausweichen, bekam nur ein paar Schrammen ab. Nachbarn überwältigten den betrunkenen Angreifer (1 Promille).

„Beil-Siggi“ kam in Untersuchungshaft. Im Prozess hatte er Glück: Sein Angriff wurde nur als gefährliche Körperverletzung gewertet. Dafür kassierte er neun Monate Haft, ausgesetzt auf zwei Jahre Bewährung.

Was ihn wohl am meisten treffen wird: Als Auflage des Gerichts muss er die Gartensparte für immer verlassen.

Die Gartensparte „Am Sportplatz“ e.V. in Limbach- Oberfrohna - hier eskalierte der jahrelang schwelende Streit.
Die Gartensparte „Am Sportplatz“ e.V. in Limbach- Oberfrohna - hier eskalierte der jahrelang schwelende Streit.

Fotos: Maik Börner; Frank Vacik


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