Bewaffneter Schütze auf der Flucht durch Chemnitz: "Ich bin im Krieg"

Limbach-Oberfrohna / Chemnitz - Im Ortsteil Pleißa sowie in Chemnitz herrscht seit Sonntag die pure Angst. Ein Irrer ist unterwegs, bewaffnet. Er will Rache. Rache an seiner Ex-Freundin und deren Familie - die Polizei ist in höchster Alarmbereitschaft, die Familie wurde in Sicherheit gebracht.

Schwer bewaffnete Polizisten sichern seit Sonntag die Umgebung des Wohnhauses der bedrohten Familie. Nach dem irren Stalker wird verzweifelt gesucht
Schwer bewaffnete Polizisten sichern seit Sonntag die Umgebung des Wohnhauses der bedrohten Familie. Nach dem irren Stalker wird verzweifelt gesucht  © Harry Härtel / Härtelpress

Im Februar hatte Silke K. (33) ihren Lebensgefährten Hardy G. (29) aus dem Haus ihrer Eltern, in dem die Frau mit ihren Zwillingstöchtern wohnte, geworfen.

Aus Angst vor dem gewalttätigen Mann wurden die Schlösser getauscht. Doch selbst das stoppte den durchgedrehten Ex laut Nachbarn nicht: Am Sonntag brach der 29-Jährige ins Haus ein, versprühte Pfefferspray und prügelte sich mit dem Vater der Frau. Der konnte den Angreifer mit einer Zange verjagen - dabei erlitt Hardy G. eine Platzwunde an der Stirn.

Seit der Attacke lebt die Familie in Todesangst.

Zurecht: Der Mann ist Vorsitzender in einem Schützenverein in der Region. Nach TAG24-Informationen wurde ihm zwar bereits der Waffenschein abgenommen - Zugriff auf das Lager hat er trotzdem.

Jetzt ist Hardy G. vermutlich unter anderem mit einer Maschinenpistole vom Typ "AR 15" unterwegs! Die Waffe ist bei Amokläufern sehr beliebt, leicht bedienbar und wiegt nur 3,4 Kilo. In einer SMS drohte er seiner Ex: "Ich bin im Krieg."

Ein Polizeisprecher: "Der Gesuchte wurde letztmalig am Sonntag, gegen 9.45 Uhr, im Chemnitzer Stadtzentrum gesehen." Das Auto des Mannes wurde bereits in der City gefunden. Doch trotz des Einsatzes eines Hubschraubers, Spezial-Suchhunden und rund 230 Polizisten (TAG24 berichtete) fehlte jede Spur zu dem gefährlichen Mann.

Update 15.15 Uhr:

Mehr als 100 Beamte durchkämmen ein Waldstück in Pleißa nahe der A4. Ein Hubschrauber ist im Einsatz. Der Gesuchte soll bereits in der Nacht in diesem Gebiet gesehen worden sein.

Ob sich Hardy G. dort aufhält, ist aber völlig unklar. Die Gegend ist für Wanderer und Radfahrer gesperrt, Polizisten kontrollieren die Zufahrten.

Update 14.50 Uhr:

Das Landgericht Chemnitz hat die Öffentlichkeitsfahndung genehmigt. Ein Foto des Gesuchten sowie weitere Infos werden in Kürze veröffentlicht.

Update 13.10 Uhr:

Das Amtsgericht Chemnitz hat eine Öffentlichkeitsfahndung nach Hardy G. abgelehnt. Die Staatsanwaltschaft Chemnitz hat Beschwerde eingelegt. Sprecherin Ingrid Burghart: "Die Gründe für die Ablehnung liegen mir noch nicht vor." Über die Beschwerde muss jetzt das Chemnitzer Landgericht entscheiden.

Update 13.05 Uhr:

Wie die Polizei mitteilt, wird die Suche nach dem 29-Jährigen am Dienstagnachmittag im Bereich Limbach-Oberfrohna fortgesetzt.

Update 8.15 Uhr:

Die Suche nach Hardy G. läuft weiterhin fieberhaft. Ein Polizeisprecher sagte der Nachrichtenagentur "dpa", dass die Fahndung sich mittlerweile auf den Großraum Hartmannsdorf und Limbach-Oberfrohna konzentriere. Polizisten sichern seit Montag das Wohnhaus des Mannes in Hartmannsdorf, der offenbar schwer bewaffnet untergetaucht ist. Ob es am heutigen Tag eine Öffentlichkeitsfahndung nach Hardy G. geben wird, ist noch unklar. TAG24 bleibt dran.

Mit einem Sturmgewehr "AR-15" soll der Gesuchte seit Sonntag in Chemnitz abgetaucht sein.
Mit einem Sturmgewehr "AR-15" soll der Gesuchte seit Sonntag in Chemnitz abgetaucht sein.

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