Es war Terror! Lkw in Limburg mit Absicht in Autos gelenkt

Limburg - Nach dem verheerenden Zwischenfall mit einem gestohlenen Lkw im hessischen Limburg am Montagabend, hat die Polizei nun offiziell bestätigt, dass es sich bei dem Vorfall um einen Terror-Anschlag gehandelt haben soll.

Laut Zeugenaussagen soll der Unfallfahrer mehrmals das Wort "Allah" gerufen haben.
Laut Zeugenaussagen soll der Unfallfahrer mehrmals das Wort "Allah" gerufen haben.  © dpa/Sascha Ditscher

Wie das ZDF am Dienstag berichtete, handele es sich bei dem Täter um einen 32 Jahre alten Syrer, der den Laster kurze Zeit vor der Tat gestohlen haben soll und darauf in mehrere Autos gerast war.

Bei dem Massen-Crash wurde am späten Montagabend zunächst noch von 17 Verletzten ausgegangen, auch von einer Person in lebensbedrohlicher Lage war zunächst die Rede.

Das wurde revidiert. Mittlerweile spricht die Polizei von insgesamt neun leicht Verletzten, darunter auch der 30-jährige Unfallfahrer, der umgehend festgenommen wurde.

Sieben weitere Personen, seien in Krankenhäusern versorgt worden, eine wurde ambulant behandelt. Die Frankfurter Neue Presse zitierte den eigentlichen Fahrer des Lasters: "Mich hat ein Mann aus meinem Lkw gezerrt."

Als er vor einer roten Ampel wartete, habe der Unbekannte die Fahrertür des Lkw aufgerissen und ihn mit weit geöffneten Augen angestarrt, so der Fahrer.

"Was willst Du von mir?", habe er den Mann gefragt. "Aber er hat kein Wort geredet. Ich habe ihn noch mal gefragt. Dann hat er mich aus dem Lkw gezerrt", heißt es weiter in dem Bericht.

Der Zeitung zufolge soll der Mann, der bei der Kollision am Steuer saß, von mehreren Passanten erstversorgt worden sein. "Dabei soll der Fahrer laut den Passanten mehrmals 'Allah' gesagt haben", wie ein Reporter berichtete.

Nun übernahm die Staatsanwaltschaft in Frankfurt die weiteren Ermittlungen.

Bundesanwaltschaft aktuell nicht zuständig für Zwischenfall in Limburg

Update 10 Uhr: Die Bundesanwaltschaft sieht den Lkw-Zwischenfall von Limburg zum jetzigen Zeitpunkt nicht in ihrer Zuständigkeit. Das sagte ein Sprecher der Karlsruher Behörde am Dienstag auf Anfrage. Man habe das Geschehen aber im Blick und stehe in engem Kontakt mit den hessischen Strafverfolgungsbehörden.

Nähere Angaben machte er nicht. Die Bundesanwaltschaft ist für Ermittlungen bei Terrorverdacht zuständig. In der hessischen Kleinstadt war ein Mann am späten Montagnachmittag mit einem gestohlenen Lastwagen auf acht Autos aufgefahren und hatte sie ineinander geschoben.

Dabei wurden acht andere Menschen leicht verletzt. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen handelt es sich um einen 1987 geborenen Syrer, der seit 2015 in Deutschland lebt.

Innenminister Seehofer äußert sich

Update 10.29 Uhr: Der Hintergrund des Zwischenfalls mit einem Lastwagen im hessischen Limburg ist Bundesinnenminister Horst Seehofer zufolge noch unklar. Auf die Frage nach möglichen Hinweisen auf einen Terroranschlag sagte der CSU-Politiker am Dienstag am Rande eines EU-Innenministertreffens in Luxemburg: "Da wird ermittelt und ich kann Ihnen zur Stunde noch nicht sagen, wie diese Tat zu qualifizieren ist."

Wohnung in Limburg durchsucht

Update 11.05 Uhr: Nach dem Zwischenfall mit einem Lastwagen in Limburg ist in der Nacht zum Dienstag eine Wohnung im südhessischen Langen durchsucht worden. Die Maßnahme stehe im Zusammenhang mit den Geschehnissen in Limburg, sagte eine Polizeisprecherin am Dienstag in Offenbach. Weitere Details nannte sie nicht. Zuvor hatte die Offenbach-Post darüber berichtet.

An dem Einsatz in Langen war der Sprecherin zufolge ein Spezialeinsatzkommando (SEK) beteiligt.

Verkehr rollt wieder reibungslos

Update 12.55 Uhr: Am Tag nach dem Zwischenfall mit einem Lastwagen im hessischen Limburg sind kaum noch Spuren am Ort des Geschehens erkennbar. In einem Abfallkorb nahe der Kollisionsstelle an einer Ausfallstraße hing am Dienstag rot-weißes Absperrband aus einem Papierkorb.

Der Verkehr rollte auf der Ausfallstraße direkt vor dem Limburger Landgericht, Sperrungen gab es keine mehr.

Junge Bundespolizei-Meisteranwärter zufällig als erstes am Tatort

Update 13.51 Uhr: Drei Bundespolizisten im ersten Dienstjahr haben am Montag den Mann festgenommen, der in Limburg mit einem gekaperten Lastwagen mehrere Menschen verletzt hat. Wie die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag erfuhr, leistete er bei der Festnahme Widerstand. Die Polizisten erlitten leichte Verletzungen.

Den Angaben zufolge waren die Polizeimeisteranwärter zum Zeitpunkt des Zwischenfalls in der Freizeit zusammen unterwegs und trugen daher keine Uniform. Sie hielten sich gemeinsam mit neun anderen jungen Bundespolizisten zufällig in der Nähe des Tatorts auf. Die jungen Polizisten - elf Männer und eine Frau - leisteten auch Erste Hilfe

Bürgermeister von Limburg hofft auf schnelle Aufklärung

Update 14.05 Uhr: Der Bürgermeister von Limburg, Marius Hahn, hofft auf eine schnelle und vollständige Aufklärung des Zwischenfalls mit einem Lastwagen in der hessischen Stadt. "Man spürt eine Verunsicherung in der Bevölkerung", sagte der SPD-Politiker am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Auch er sei erschüttert. "Ich bin geschockt und in meinen Gedanken bei den Verletzten und deren Familien." Was den möglichen Hintergrund angehe, sei es zu früh, etwas zu sagen.

"Allgemein gesagt: Hundertprozentige Sicherheit gibt es nie. Gegen Einzeltäter ist niemand gefeit", betonte Hahn. Zu den Berichten, bei dem Fahrer handele es sich um einen Syrer, sagte der 48-Jährige: "Grundsätzlich erwarten wir, dass jeder Mensch in Limburg sich an die Gesetze hält. Wir werden nimmermüde, darauf hinzuweisen."

Er sei wegen des Zwischenfalls im Kontakt mit den Ordnungskräften. "Limburg hat bereits Sicherheitskonzepte für Großveranstaltungen, die wir nach dem Vorfall noch einmal genau abklopfen", sagte Hahn. "Ich bin dankbar, dass die Einsatzkräfte so besonnen und bis spät in die Nacht ihre Arbeit getan haben."

Am späten Montagnachmittag war nahe einer Kreuzung in Limburg ein Mann mit einem gestohlenen Lastwagen auf mehrere Autos aufgefahren und hatte sie ineinander geschoben. Neun Menschen, darunter der Mann am Steuer des Fahrzeugs, wurden leicht verletzt.

Motiv des tatverdächtigen Syrers weiter unklar

Update 15 Uhr: Der tatverdächtige Syrer, der in Limburg einen gestohlenen Lastwagen in acht Autos gelenkt haben soll, hat nach den derzeitigen Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden keine Verbindungen in die gewaltbereite islamistische Szene.

Das sagte Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) am Dienstag in Wiesbaden.

Zunächst wurde von insgesamt 17 Verletzten ausgegangen.
Zunächst wurde von insgesamt 17 Verletzten ausgegangen.  © dpa/Sascha Ditscher

Titelfoto: dpa/Sascha Ditscher

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