Richter lässt Häftling in offenen Vollzug, der crasht eine Frau zu Tode

Die 21-jährige Frau in dem Auto überlebte den Unfall mit dem Geisterfahrer nicht.
Die 21-jährige Frau in dem Auto überlebte den Unfall mit dem Geisterfahrer nicht.  © dpa/Klaus-Dieter Häring

Limburg/Diez - Ein Gefängnis-Häftling bekam Freigang und nutzte diesen, um vor der Polizei zu fliehen. Dazu fuhr er absichtlich auf die Gegenfahrbahn einer Bundesstraße bei Limburg.

Dort kam er nicht weit, denn er krachte frontal mit dem Wagen einer 21-Jährigen zusammen. Die junge Frau überlebte den Unfall, der bereits 2015 passierte, nicht.

Wie der SWR berichtete, wird nun Anklage gegen die drei Beamten der Justizvollzugsanstalt, die es zu dem Unfall hatten kommen lassen, erhoben.

Die Anklage gegen die Drei sei bereits Ende Juni zugelassen worden, sagte ein Sprecher des Landgerichts Limburg am Freitag. Wann das Verfahren beginnen wird, war zunächst noch unklar.

Der Häftling war wohl schon zuvor mehrere Male ohne Führerschein am Steuer erwischt worden und deswegen vorbestraft. Trotzdem wurde er aus der Justizvollzugsanstalt (JVA) Wittlich in den offenen Vollzug der JVA Diez verlegt. Dadurch konnte es erst zu dem tragischen Unfall kommen.

In dem Prozess soll nun geklärt werden, ob die Beamten eine Mitschuld am Tod der jungen Frau tragen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen fahrlässige Tötung und Beihilfe zum Fahren ohne Fahrerlaubnis vor. Die Anklagebehörde ist der Meinung, dass die Todesfahrt aufgrund der Vorgeschichte vorhersehbar gewesen war.

Der Geisterfahrer wurde mittlerweile zu lebenslanger Haft wegen Mordes verurteilt.

Der Häftling überlebte den Unfall zwar, sitzt aber mittlerweile zu lebenslanger Haft wegen Mordes.
Der Häftling überlebte den Unfall zwar, sitzt aber mittlerweile zu lebenslanger Haft wegen Mordes.  © dpa/Klaus-Dieter Häring

Titelfoto: dpa/Klaus-Dieter Häring


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