Schrecklicher Verdacht: Ließen Eltern absichtlich ihre Tochter sterben?

Limburg - Die wegen Totschlags angeklagten Eltern einer behinderten und kranken 21-Jährigen haben die gegen sie gerichteten Vorwürfe zurückgewiesen.

Die 21-Jährige starb an inneren Blutungen (Symbolfoto).
Die 21-Jährige starb an inneren Blutungen (Symbolfoto).  © DPA

Hätten sie den lebensbedrohlichen Zustand ihrer Tochter erkannt, hätten sie Hilfe geholt, hieß es in einer Erklärung, die die Verteidigung am Donnerstag vor dem Landgericht Limburg verlas.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Ehepaar aus dem Lahn-Dill-Kreis Totschlag durch Unterlassen vor. Die 25 Jahre alte Schwester der Toten ist wegen unterlassener Hilfeleistung angeklagt.

Der Anklage zufolge war die junge Frau mit einer Behinderung auf die Welt gekommen und litt an verschiedenen Krankheiten.

Wenige Tage vor ihrem Tod im Oktober 2016 soll es der 21-Jährigen immer schlechter gegangen sein, ihre Familie aber keinen Notarzt gerufen haben.

Sie hätten für ihre Tochter immer "nach bestem Wissen und Gewissen" gesorgt, ließen die Eltern weiter erklären.

Ihr Tod sei ein "Schock" gewesen. Sie seien davon ausgegangen, dass es der Tochter am nächsten Tag wieder besser gehen würde. "Sie war eine Freude, keine Last."

Die Frau starb laut Staatsanwaltschaft an inneren Blutungen. Ihr Tod hätte demnach vermieden werden können, wenn die Frau in medizinische Behandlung gekommen wäre. Der Prozess wird fortgesetzt.

Titelfoto: DPA

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