Demo in Köln: "Wir wollen die Lindenstraße retten!"

Köln - Einige Hundert Demonstranten sind am Samstag in Köln auf die Straße gegangen, um das besiegelte Aus der "Lindenstraße" doch noch zu verhindern. Mit dabei war auch der ehemalige "Lindenstraßen-Olaf", Schauspieler Franz Rampelmann.

In Köln versammelten sich am Samstag etliche Hundert Menschen bei der Lindenstraßen-Demo.
In Köln versammelten sich am Samstag etliche Hundert Menschen bei der Lindenstraßen-Demo.  © Horst Konopke

Mit Schildern und Plakaten traten die Fans der Lindenstraße am Kölner Dom auf die Straße. "Die Lindenstraße ist ein Meilenstein der Fernsehgeschichte", oder auch "WDR nicht ohne Lindenstraße" stand auf den Schildern geschrieben.

Die Organisatoren wollen das Ende der "Lindenstraße" verhindern, ihre Lieblingsserie retten. Die Organisatoren hatten dazu im Vorfeld zu der Demo aufgerufen.

Am Samstag nahm auch der Schauspieler Franz Rampelmann an der Demo teil, sprach mit den Organisatoren der Lindenstraße-Demo in Köln. Rampelmann spielte 15 Jahre lang die Rolle des Olaf Kling, stieg aber 2009 endgültig aus der Lindenstraße aus.

Zur Erinnerung: Die "Lindenstraße" soll bald Fernsehgeschichte sein (TAG24 berichtete).

Damit aber wollen sich die Fans der Serie nicht abfinden - und reisten deshalb an diesem Samstag zum Sitz des WDR nach Köln.

Einer der Mitwirkenden an der Demo, Marcel Schenk, sagte, es sei das erste Mal, dass Fans für eine Fernsehserie auf die Straße gingen. Die Demonstration ist bei der Polizei angemeldet.

"Wenn's wirklich voll wird, wenn's Aufsehen erregt, dann glaube ich, dass einen ARD-Programmdirektor das auch zum Umdenken anregen könnte", sagte Schenk. Ob die wenigen Hundert Fans dafür reichten, ist offen.

Das sagt der WDR zum Lindenstraßen-Ende

Eine WDR-Sprecherin sagte: "Fest steht, dass die Zuschauerzahlen von Jahr zu Jahr abgenommen haben." Die Entscheidung der ARD, die Lindenstraße nach fast 35 Jahren nicht fortzuführen, sei in sorgfältiger Abwägung getroffen worden.

Dagegen sagte der Mitinitiator der Demo, Jörg Albert Flöttl aus Nürnberg, die "Lindenstraße" habe natürlich nicht mehr solche Quoten wie in den 80er-Jahren, als es nur drei Programme gegeben habe, aber sie sei sonntags immer noch eine der erfolgreichsten ARD-Sendungen. "Die Serie wird nicht beworben, sie läuft am Vorabend, die Ausgaben sind nicht dramatisch hoch - von daher ist das alles nicht schlecht", sagte Flöttl.

Dazu komme, dass die "Lindenstraße" mittlerweile zum deutschen Kulturgut gehöre und trotz ihres Unterhaltungscharakters immer wieder gesellschaftlich relevante Themen aufarbeite.

Demo-Teilnehmer am Samstag in Köln.
Demo-Teilnehmer am Samstag in Köln.

Titelfoto: Horst Konopke

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