Alter Stasi-Spitzel will Geschäftsführer der Thüringer Linken werden

Erfurt - Thüringens Linke-Parteitag muss am kommenden Wochenende eine brisante Personalentscheidung fällen.

Bodo Ramelow steht für die Linke an der Spitze der Regierung in Thüringen, will sich im Februar wieder zum Ministerpräsidenten wählen lassen.
Bodo Ramelow steht für die Linke an der Spitze der Regierung in Thüringen, will sich im Februar wieder zum Ministerpräsidenten wählen lassen.  © DPA

Als neuer Landesgeschäftsführer kandidiert Mathias Günther, der in seinem Bewerbungsschreiben eine "offizielle und inoffizielle Zusammenarbeit mit der Abteilung 2000 des MfS" (Ministerium für Staatssicherheit) angibt.

Günther gehe seit Jahren offen mit seiner Vergangenheit und seiner Stasi-Tätigkeit um und habe sich deshalb etwa ein Jahrzehnt lang nicht für ein öffentliches Amt beworben, sagte ein Sprecher der Linken auf dpa-Anfrage.

Der 57 Jahre alte Günther war nach eigenen Angaben bis 1989 Offizier. Im Rahmen seines Berufes habe er mit der Stasi Kontakt gehalten. Seit Anfang dieses Jahres ist Günther Geschäftsstellenleiter der Thüringer Linken. Seit 2015 ist er Kreisvorsitzender der Linken in Hildburghausen, geht aus seinem Bewerbungsschreiben an den Parteitag hervor.

Einen Gegenkandidaten für das Amt des Landesgeschäftsführers gebe es nicht, sagte der Parteisprecher. Auf einem Landesparteitag an diesem Samstag und Sonntag in Erfurt soll ein neuer Vorstand der Linken gewählt werden.

Der Parteitag wird sich auch mit der schwierigen Regierungsbildung beschäftigten. Die Linke hatte in Thüringen erstmals in Deutschland eine Landtagswahl gewonnen. Sie strebt die Fortsetzung von Rot-Rot-Grün als Minderheitsregierung an.

Vertreter von Grünen und SPD zeigten sich irritiert über die Personalie für das Amt des Landesgeschäftsführers der Linken.

Im Mai hatte der Parteitag noch in Gera stattgefunden, am kommenden Wochenende treffen sich die Mitglieder in Erfurt.
Im Mai hatte der Parteitag noch in Gera stattgefunden, am kommenden Wochenende treffen sich die Mitglieder in Erfurt.  © DPA

Titelfoto: DPA

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