Linke Gruppen wollen Nazi-Aufmarsch durch Berlin am Tag der Deutschen Einheit verhindern

Berlin - Rund 5.000 Demonstranten der als rechtspopulistisch geltenden Initiative "Wir für Deutschland" wollen am Donnerstag in Berlin demonstrieren.

Eine Demonstration von Rechtspopulisten zum Tag der Deutschen Einheit findet vor dem Hauptbahnhof auf dem Washingtonplatz statt.
Eine Demonstration von Rechtspopulisten zum Tag der Deutschen Einheit findet vor dem Hauptbahnhof auf dem Washingtonplatz statt.  © Jörg Carstensen/dpa

Die Veranstaltung werde um 11 Uhr am Washingtonplatz beginnen und am Neptunplatz enden, wie die Polizei am Mittwoch bestätigte.

Mehrere Initiativen und linke Gruppen riefen im Internet zu Protesten und Gegenkundgebungen auf.

Unter dem Motto "Den Nazis keine Mitte" ruft die "Anwohnerinitiative für Zivilcourage – Gegen Rechts" zu einer Kundgebung in der Friedrichstraße auf.

Auf der linksextremen Internetseite Indymedia steht ein Aufruf: "Nazi-Aufmärsche am 3. Oktober in Berlin verhindern."

Am Tag der Deutschen Einheit im vergangenen Jahr waren etwa 2000 Rechtspopulisten und einige Neonazis mit der Initiative

"Wir für Deutschland" durch Berlin-Mitte gezogen. Einzelne Teilnehmer zeigten den Hitlergruß, Demonstranten riefen "Merkel muss weg" und "Lügenpresse".

Um 11 Uhr wollen die Teilnehmer vom Washingtonplatz über die Hugo-Preuß-Brücke, das Kapelle-Ufer, die Rheinhardstraße, Friedrichstraße, Zimmerstraße, Markgrafenstraße, Krausenstraße, Axel-Springer-Straße, Spittelmarkt, Gertraudenstraße, Spandauerstraße und den Alexanderplatz zum Neptunbrunnen ziehen.

Update, 14 Uhr

Mehrere hundert Menschen haben sich am Donnerstagmittag zum Auftakt einer Demonstration der rechten Initiative "Wir für Deutschland" vor dem Berliner Hauptbahnhof versammelt. Teilnehmer trugen neben Deutschlandfahnen etwa Schilder und Transparente mit Aufschriften wie "Anti Antifa" oder "Bruderschaft Deutschland". Auch Vertreter der Bürgerinitiative "Pro Chemnitz" und Demonstranten mit Motiven der vom Verfassungsschutz überwachten islamfeindlichen "German Defence League" waren vor Ort.

Im Laufe des Tages rechne die Polizei mit etwa 1700 Teilnehmern wie in vergangenen Jahren, sagte ein Polizeisprecher. Angemeldet waren ursprünglich 5000 Teilnehmer. Etwa 2200 Beamte sind den Angaben zufolge in Berlin im Einsatz, unterstützt durch Polizeikräfte aus anderen Bundesländern.

Am Tag der Deutschen Einheit 2018 waren etwa 2000 Rechtspopulisten und Neonazis mit der Initiative durch Berlin-Mitte gezogen. Einzelne Teilnehmer zeigten damals den Hitlergruß, Demonstranten riefen "Merkel muss weg" und "Lügenpresse".

Die Demonstranten wollten am Nachmittag über die Friedrichstraße, den Spittelmarkt und den Alexanderplatz zum Neptunbrunnen ziehen. Mehrere Initiativen und linke Gruppen haben am Nachmittag Gegenkundgebungen entlang der Route geplant.

Teilnehmer der rechtspopulistischen Demo verlassen sich vor dem Hauptbahnhof.
Teilnehmer der rechtspopulistischen Demo verlassen sich vor dem Hauptbahnhof.  © Jörg Carstensen/dpa

Titelfoto: Jörg Carstensen/dpa

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