Was ist da los? Stadtvorstand der Linken wirft hin

Tilo Kießling im Streitgespräch mit Marina-Garden-Investorin Regine Töberich.
Tilo Kießling im Streitgespräch mit Marina-Garden-Investorin Regine Töberich.

Von Dirk Hein

Dresden – Paukenschlag bei der Dresdner Partei "Die Linke"! Beim Stadtparteitag traten am Dienstag kurz vor Mitternacht die beiden Stadtchefs, Tilo Kießling und Annekatrin Klepsch, zurück.

Die offizielle Begründung lautet „Neuorientierung nach der Wahl“. Die wahren Gründe liegen wohl tiefer!

„Nachdem alle Wahlkämpfe durchgefochten sind, muss ein Moment der Besinnung und vielleicht auch Neuorientierung stattfinden“, begründet Kießling seinen Rücktritt in einem Schreiben an den Stadtvorstand äußerst dünn.

Viel wahrscheinlicher: Hinter den Kulissen tobte ein Kampf um die Besetzung der Bürgermeister-Posten.

Für die Posten Kulturbürgermeister und Sozialbürgermeister hat die Linke bei der Wahl im Stadtrat das Vorschlagsrecht.

Für das Amt des Sozialbürgermeisters favorisierten Kießling und Klepsch den Landtagsabgeordneten Falk Neubert. Doch der fiel in der Abstimmung mit nur 62 Stimmen durch. Statt dessen gewann Kris Kaufmann mit 80 Stimmen.

Neubert wurde von großen Teilen der Parteispitze getragen – fand an der Basis aber augenscheinlich keine Mehrheit. War der Frust über diese Niederlage so groß, dass der Rücktritt sein musste?

Zumindest holte Annekatrin Klepsch dann selbst noch 118 Ja-Stimmen und könnte nun Kulturbürgermeisterin werden.

Nun muss sich die Dresdner Linke am Mittwoch erst einmal neu sortieren.

Annekatrin Klepsch (rechts) im Gespräch mit dem Landtagsabgeordneten Albrecht Pallas (SPD) und Grünen-Chefin Eva Jähnigen.
Annekatrin Klepsch (rechts) im Gespräch mit dem Landtagsabgeordneten Albrecht Pallas (SPD) und Grünen-Chefin Eva Jähnigen.

Fotos: Eric Münch, Lutz Hentschel, Petra Hornig, Thomas Türpe


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