Hetzjagd auf Berliner Polizisten: Linksextreme fahnden nach Beamten

In der Rigaer Straße im Berliner Bezirk Friedrichshain kommt es immer wieder zu Ausschreitungen.
In der Rigaer Straße im Berliner Bezirk Friedrichshain kommt es immer wieder zu Ausschreitungen.  © DPA

Berlin - Linke Gruppen sollen 54 Fotos von Berliner Polizeibeamten im Netz veröffentlicht haben und eine Hetzjagd veranstalten.

Sie wollen mit ihrer "Fahndung" herausfinden wo die Beamten wohnen, um sie Zuhause für ihre Gewalttätigkeit "verantwortlich" zu machen.

So schrieb eine linke Gruppe in einem Beitrag auf indymedia.org: "… haben wir uns entschieden, Bildaufnahmen von 54 Polizeibeamt_innen zu veröffentlichen, die im letzten Jahr daran beteiligt waren, die Rigaer94 zu räumen."

Hintergrund: Im Juni 2016 wurde in der Rigaer Straße 94 im Bezirk Friedrichshain ein besetztes Haus von Polizisten geräumt.

Bereits zuvor kam es dort zu Polizeieinsätzen und Ausschreitungen und auch in diesem Jahr wurden Berliner Polizisten dort immer wieder angegriffen.

Polizisten sollen für Gewalt "verantwortlich gemacht werden"

Polizisten im Einsatz in der Rigaer Straße im Juni dieses Jahres.
Polizisten im Einsatz in der Rigaer Straße im Juni dieses Jahres.  © DPA

Im Beitrag soll es weiter heißen: "Wir freuen uns auf Hinweise, wo sie wohnen oder privat anzutreffen sind. Neben der Teilnahme an der Räumung können sie bedenkenlos für die Gewalt der drei Wochen der Belagerung verantwortlich gemacht werden."

Die Veröffentlichung der Bilder soll eine Reaktion auf eine große Fahndung nach mutmaßlichen Gewalttätern vom G20-Gipfel in Hamburg sein. Die Polizeigewerkschaften reagierten am Montag entsetzt und sprachen von einer Gefahr durch "linksextremistische Terroristen".

Gegenüber der Bild-Zeitung sagte ein Polizeisprecher: "Das ist menschenverachtend und es sind Persönlichkeitsrechte betroffen. Wir haben Ermittlungen eingeleitet, die beim Staatsschutz geführt werden."

In Hamburg wollten Polizei und Staatsanwaltschaft am Montag mit einer Öffentlichkeitsfahndung zu den Krawallen beim G20-Gipfel Anfang Juli beginnen. Fotos und Videosequenzen von mutmaßlichen Gewalttätern aus der linksextremen Szene sollten veröffentlicht werden.

Titelfoto: DPA


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