Freigang ohne Begleitung: Anwohner verunsichert wegen psychisch Kranken

Bis vor einem Jahr durften seelisch kranke Straftäter nur in Begleitung eines Pflegers auf Freigang. (Symbolbild)
Bis vor einem Jahr durften seelisch kranke Straftäter nur in Begleitung eines Pflegers auf Freigang. (Symbolbild)  © DPA

Lippstadt - Die forensische Psychiatrie in Lippstadt-Eickelborn ist nach drei Mordfällen in der Gegend streng gesichert. 20 Jahre lang war das so.

Die Bürger im Kreis Soest erkämpften sich damals eine Sonderregelung: Patienten bekamen nur in ihrer Herkunftsregion unbegleitete Freigänge.

Um die Klinik herum durften sich die seelisch kranken Straftäter, die wegen Tötungs- oder Sexualdelikten therapiert werden, hingegen nur in Begleitung von mindestens einem Pfleger bewegen.

Das gilt jetzt nicht mehr. Bereits seit gut einem Jahr können sich die psychisch Kranken wieder frei in der Öffentlichkeit bewegen. Von dieser Entscheidung waren viele Anwohner nicht nur überrascht, sondern auch darüber entsetzt.

"Wir sind sehr enttäuscht", wird die Bürgerinitiative "Sicherheit vor Therapie" beim WDR zitiert. Durch sie wurde die Sonderregelung vor gut 20 Jahren ins Rollen gebracht.

Jetzt sind die Verantwortlichen sauer, da sie einfach übergangen wurden und vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe, zu dem die Forensische Psychiatrie in Lippstadt gehört, nicht informiert wurden, dass die Regelung aufgehoben wurde.

"Die Bevölkerung ist sehr verunsichert", weiß Franz Knust, der im Vorstand der Bürgerinitiative sitzt. Zwischen 10 und 15 Patienten von insgesamt 300 dürfen sich wieder frei in Eickelborn bewegen - ohne Begleitung.

Vor allem Eltern haben Angst. Sie wissen nicht, wie sie mit der Situation umgehen sollen. "Wie kommen Kinder zur Schule, wie kommen sie zurück? Wie begleitet man die Kinder jetzt zum Sport? Muss man die Sporthallen während der Veranstaltungen abschließen oder sichern?", fragt sich auch Rainer Ziebeil von "Sicherheit vor Therapie".

Gemeinsam mit anderen Initiativen will man sich jetzt für neue Gesetze stark machen, die Anwohner besser schützen, heißt es beim WDR.

Titelfoto: DPA


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