Bayerns Müller hat einiges vor, Kovac betritt Neuland

Lissabon - Thomas Müller (29) hat in seinem 100. Champions-League-Spiel viel vor. Niko Kovac (46) betritt als Trainer Neuland. Beim nächsten Anlauf auf Europas Thron muss der FC Bayern München zunächst aber improvisieren.

Arjen Robben (l.) und Franck Ribéry (r.) bereiten sich auf die Partie in Lissabon vor.
Arjen Robben (l.) und Franck Ribéry (r.) bereiten sich auf die Partie in Lissabon vor.  © DPA

Über das Gesicht von Kovac huschte immer wieder ein Lächeln. Schon bei der Pressekonferenz im Estádio da Luz war ihm die "absolute Vorfreude" anzumerken, von der er vor seinem ersten Champions-League-Spiel als Trainer berichtete.

Am Mittwoch (21 Uhr) soll dann aber nach dem Willen des 46 Jahre alten Kroaten gegen Benfica Lissabon alles so ablaufen, wie bei seinen ersten Spielen in der Fußball-Bundesliga. "Wir sind hier, um zu gewinnen", verkündete Kovac selbstbewusst.

So sehen das auch seine Spieler. Die Gruppenphase mit den Gegnern Benfica Lissabon, Ajax Amsterdam und AEK Athen gilt lediglich als Aufwärmprogramm.

"Wir wollen Gruppenerster werden und zeigen, dass mit dem FC Bayern in dieser Saison international zu rechnen ist", sagte Manuel Neuer (32). Kovac beschrieb der Kapitän als "total fokussiert" auf das Ziel, Punkte einzufahren: "Dass er der Champions League gewachsen ist, steht außer Frage".

Jubilar Müller hatte schon bei der Ankunft in Portugal großen Tatendrang verströmt. Der Angreifer nimmt in seinem 100. Spiel in der Champions League mit seinen Kollegen den nächsten Anlauf auf Europas Fußball-Thron: "Wir sind sehr motiviert, gerade nach den Dingen bei der WM im Sommer und den letzten Enttäuschungen in der Champions League. Wir wollen neu angreifen."

"Pack ma's" lautet das Motto, das die Bayern ihrer neuen Champions-League-Kampagne gegeben haben. Diesmal soll nicht wieder im Halbfinale Endstation sein, so wie in vier von fünf Jahren seit dem Titelgewinn 2013. Seinen 100.

Der FC Bayern München startet in Lissabon in die Champions-League-Saison.
Der FC Bayern München startet in Lissabon in die Champions-League-Saison.  © DPA

Königsklassenabend bezeichnete Müller, der erst dritte deutsche Spieler nach Philipp Lahm (112) und Oliver Kahn (103) im Hunderter-Club, darum auch lediglich als "eine Durchgangsstation. Ich habe noch ein bisschen was vor."

Wie Neuer setzt auch Müller auf einen Leistungsschub durch Kovac. "Wir haben uns neu aufgestellt, auch mit dem neuen Trainer, der Feuer reinbringt", sagte Müller. Dass der Münchner Luxuskader durch die schweren Verletzungen von Kingsley Coman (22), Corentin Tolisso (24) und Rafinha (33) früh geschrumpft ist, kann die Vorfreude des Rekordmeisters nicht trüben.

"Wir müssen die Situation annehmen, wie sie ist", sagte Arjen Robben (34). Noch hat Kovac genug Personal: "Mir ist nicht bange. Und ich bin auch keiner, der rumweint."

Die Bayern sind die Startspezialisten der Champions League: Gegen Benfica soll der 15. Auftaktsieg am Stück gelingen. Robben erinnerte aber an die Probleme beim Viertelfinalerfolg 2016, als die Bayern nach einem mageren 1:0 im Hinspiel in Lissabon 2:2 spielten: "Die haben eine gute Mannschaft. Das wird ein heißer Abend."

Auflaufen im Estádio da Luz würde auch gerne Renato Sanches (21). Der Portugiese trug beim Duell 2016 noch das Benfica-Dress. Ein paar Monate später wechselte er für 35 Millionen Euro zum FC Bayern.

Trotzdem sind Javi Martínez (30), Thiago (27), der beim Abschlusstraining wegen einer Blessur am Zeh fehlte, oder James Rodríguez (27) erste Wahl für die Mittelfeldbesetzung. Auch Leon Goretzka (23) flog mit nach Portugal. Groetzka hatte am Montag beim Training eine Blessur am Fuß erlitten.

Benfica tritt in der Königsklasse zur Wiedergutmachungstour an. Sechs Niederlagen, 1:14 Tore - vor einem Jahr erlebte das Team von Trainer Rui Vitória (48) eine schmerzhafte Gruppenphase.

Thomas Müller (l.) und Niko Kovac (r.) treffen mit dem FC Bayern München auf Benfica Lissabon.
Thomas Müller (l.) und Niko Kovac (r.) treffen mit dem FC Bayern München auf Benfica Lissabon.  © DPA

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