Jürgen Klopp mit wichtiger Botschaft: "Die Wahrheit ist, dass wir alle scheitern!"

Liverpool - Er ist wohl der deutsche Exportschlager auf der Insel: Jürgen Klopp! Nicht nur, dass er den einst so großen FC Liverpool nach äußerst schwierigen Jahren wieder wach küsste und ihn so sehr im Kloppo-Stil zurechtpolierte, dass dieser wieder glänzt wie zu ganz großen Zeiten.

Der gebürtige Stuttgarter bleibt sich treu, ist bodenständig und wie er jetzt einmal mehr beweist, scheut er nicht vor kritischer Selbstreflexion. Und das im Moment des wohl größten Erfolgs.

"The Best" - Jürgen Klopp ist Welttrainer des Jahres.
"The Best" - Jürgen Klopp ist Welttrainer des Jahres.  © Antonio Calanni/AP/dpa

In knapp drei Monaten ist Weihnachten, die besinnliche Zeit steht uns bevor. Ebenjene Zeit, in der man etwas zur Ruhe kommt, auf das Jahr zurückblickt und Zeit hat, ein wenig durchzuatmen.

Und auch wenn Jürgen Klopp in mitten von Klub-WM und den "Boxing-Days" in der Premier League eigentlich nicht wirklich Zeit hat, sich gemütlich unter die Tanne zu setzen, wird er wohl dennoch den ein oder anderen ruhigen Moment haben und auf das Jahr 2019 zurückblicken zu können.

Ein Jahr, in dem er sein erstes großes Finale gewonnen hat, die Endspiel-Niederlage des Vorjahres eindrucksvoll egalisierte und nun sogar auf dem Thron der größten Fußballlehrer der Welt sitzt. Sportlich gesehen scheint das Jahr 2019 mit Zweitnamen "Jürgen" zu heißen.

Da scheint es beinahe unnötig, dass sich der 52-Jährige überhaupt unter den Weihnachtsbaum setzt - was soll da denn noch drunter liegen?

Und selbst in Phasen wie diesen, steht Kloppo prinzipientreu und mit beiden Beinen fester am Boden der Tatsachen, als je zuvor. Manchmal habe er "Angst, dass die Außenwelt Fußballspieler und Trainer betrachtet, als wären wir Götter", so der ehemalige BVB-Trainer.

"Als Christ glaube ich nur an einen Gott, und ich kann Ihnen versichern, dass Gott nichts mit Fußball zu tun hat", gibt er sich bei "The Players Tribune" auch im September besinnlich.

"Die Wahrheit ist, dass wir alle scheitern"

Bereits 2013 verlor Jürgen Klopp ein großes Finale - damals im Londoner Wembley gegen den FC Bayern München.
Bereits 2013 verlor Jürgen Klopp ein großes Finale - damals im Londoner Wembley gegen den FC Bayern München.  © Andreas Gebert/dpa

Trotz des Erfolges und der Gabe, selbst den erbittertesten Feinden es beinahe unmöglich zu machen, ihn nicht nur zu respektieren, sondern ihn still und heimlich eigentlich genauso zu mögen, wie diejenigen die es offiziell auch dürfen, ist er sich seiner Fehler und Einfachheit bewusst. "Die Wahrheit ist, dass wir alle scheitern, und das ständig. Und als junger Trainer bin ich oft gescheitert", gibt er zu.

Der frischgebackene Fifa-Welttrainer fühle sich "geehrt, gestern Abend den FIFA-Award für den besten Trainer gewonnen zu haben", doch auch hier gibt er sich als Team-Player, als Mensch, der weiß, dass aller Erfolg keinem allein gehört:

"Alles, was ich erreicht habe, ist nur aufgrund aller Personen um mich herum möglich. Nicht nur meine Spieler, sondern auch meine Familie und meine Söhne und alle, die von Anfang an bei mir waren, als ich eine sehr, sehr durchschnittliche Person war."

Und auch wenn es wie eine der abgedroschenen Phrasen klingt, die man heute nahezu überall um die Ohren geschossen bekommt, nimmt man Kloppo diese Worte irgendwie zu einhundert Prozent ab.

Der Triumph in der UEFA Champions League wurde unter anderem auch geebnet durch die unfassbare Aufholjagd gegen den FC Barcelona. Nach einem 0:3 im Hinspiel des Königsklassen-Halbfinals schafften die "Reds" das schier Unmögliche und kamen nach einem grandiosen 4:0-Sieg im Rückspiel zum zweiten Mal in Folge ins Finale.

Noch vor dem Spiel sagte er seinem Team einen Satz, der gleichermaßen filmreif ist, wie es das Klopp-Jahr 2019 ist: "Wenn wir scheitern, dann lasst uns auf die schönste Weise scheitern!"

Nicht immer Zahnpasta-Lächeln. Der bescheidene Trainer gibt sich auch als nachdenklicher Mensch.
Nicht immer Zahnpasta-Lächeln. Der bescheidene Trainer gibt sich auch als nachdenklicher Mensch.  © Cafaro/Lapresse via ZUMA Press/dpa

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