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Heftige Parolen und rund 800 Demonstranten in Chemnitz

Chemnitz - In Chemnitz treffen sich heute Asyl-Gegner und -Befürworter auf der Straße. Demo- und Gegendemo sorgen für Aufregung im Stadtgebiet.

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16:15 Uhr: Fazit: Bei beiden Demonstrationen waren jeweils rund 400 Teilnehmer. Die Parolen der "Chemnitz wehrt sich"-Redner waren teilweise ziemlich heftig. Insgesamt gab es aber keine Zwischenfälle. Manche Anhänger von "Chemnitz wehrt sich" laufen noch auf den Weihnachtsmarkt. Bei den Flüchtlingen läuft nur noch Musik. Die zirka 50 Leute werden von ein paar Polizisten umringt. Ende.

16:10 Uhr: Die Lage verschärft sich etwas. Einige Anhänger von "Chemnitz wehrt sich" sind ebenfalls in Richtung Karl-Marx-Monument, wo die Flüchtlinge sind, über die Carolastraße unterwegs. Die Polizei hat Mühe, beide Gruppen auseinander zu halten.

Die Demo von "Chemnitz wehrt sich" hat sich zum größten Teil aber bereits aufgelöst. Es regnet heftig.

15:56 Uhr: So schnell wie "Chemnitz wehrt sich" gekommen war, leerte sich der Platz am Bahnhof auch wieder.

15:55 Uhr: Bei der Demo der Flüchtlinge wechseln gerade die Sprecher. Einige wollten mit Bannern zum Bahnhof laufen, wo auch "Chemnitz wehrt sich" ist. Die Polizei ließ die Flüchtlinge aber nicht gewähren.

15:51 Uhr: Die Demo "Chemnitz wehrt sich" ist am Bahnhof angekommen. Kathrin Müller beklagt, dass die Gruppe nicht zurück zum Schillerplatz darf, weil dort inzwischen Flüchtlinge eingetroffen sind. Daraufhin löst sich die Versammlung auf. Es regnet einfach zu stark.

Fazit: Rund 400 Teilnehmer

15:49 Uhr: Die Polizei begleitet die Anhänger von Chemnitz wehrt sich auf ihrem Weg zum Bahnhof. Dort soll es eine Abschlusskundgebung geben.

15:45 Uhr: Der Zug "Chemnitz wehrt sich" ist nun auf dem Bahnhofsvorplatz angekommen.

15:35 Uhr: Der Demozug von "Chemnitz wehrt sich" zieht nun zum Bahnhof. Die Stimmung einiger Anhänger ist angespannt. Die Polizei begleitet den Zug.

15:28 Uhr: Diese Rednerin aus Schneeberg fürchtet sich vor Flüchtlingen. "Sie schleppen Krankheiten wie Tuberkulose (TBC) ein. Ich gehe zu jeder Demo!"

15:25 Uhr: Der Professor der TU Chemnitz, Joseph Lutz ( Mitte i.B.): "Mit so vielen Menschen habe ich nicht gerechnet. Es zeigt aber, dass die Situation der Flüchtlinge die Menschen bewegt. Wir wehren uns gegen Alltags-Rassismus. Über 1100 Weihnachtsgeschenke für die Asylbewerber zeigt die Solidarität der Chemnitzer".

Eine weitere Sprecherin ("Chemnitz wehrt sich") aus Ebersdorf sagte unterdessen: "Ich bin nach 1945 geboren und der Welt einen Scheißdreck schuldig. Ich bin nur meinen Kindern etwas schuldig und will Spielplätze statt Moscheen."

15:15 Uhr: Dieser Redner (Reiner Drechsel,72) von "Chemnitz wehrt sich" sagt: " Asylbewerber sind überwiegend kriminell und wollen uns den Islam aufzwingen". Das Publikum applaudiert und ruft "Wir sind das Volk".

15:11 Uhr: Inzwischen ist die Teilnehmerzahl bei "Chemnitz wehrt sich" auf rund 300 Demonstranten gestiegen.

15:08 Uhr: Die Vertreter von "Pro Chemnitz", eine Fraktion im Chemnitzer Stadtrat, fordern Spenden für arme deutsche Kinder. Die Fraktion hatte sich 2009 gegründet und ist seit 2014 wieder mit drei Stadträten vertreten.

15:01 Uhr: Katrin Müller (Chemnitz wehrt sich) spricht nun, verliest die Auflagen: Keine Waffen, Drogen und Chemnitzfahnen. "Ich verklage jeden, der meine Privatsphäre verletzt!" Und weiter: "OB Barbara Ludwig sieht uns nicht als Vetreter des Volkes!"

15:00 Uhr: Die Demo der Flüchtlinge beginnt. Sie laufen jetzt vom Theaterplatz in Richtung Karl-Marx-Monument. Bisher ist alles friedlich.

14:56 Uhr: Vom Schillerplatz aus soll es zur Kundgebung am Bahnhof gehen. Mit eintsprechenden Plakaten und Banner wollen sie auf ihre Ziele aufmerksam machen.

14:53 Uhr: Etwa 250 Anhänger von "Chemnitz wehrt sich" sind gekommen. Sie wollen, ähnlich wie PEGIDA in Dresden, gegen Asylwahnsinn, Überfremdung und die Islamisierung Deutschlands demonstrieren.

14:52 Uhr: Ein weiterer Asylbewerber spricht: "Gebt uns eine Chance - wir haben unsere Qualitäten. Wir wollen arbeiten, studieren. Aber die Behörden verweigern uns das."

14:47 Uhr: Bernd Feige (79) ist selbst Vertriebener - floh 1944 aus Ostpreußen nach Chemnitz und war hier nicht willkommen. Er empfindet Mitleid mit den Flüchtlingen und hat zeitgleich Angst, dass sein Enkel Seite an Seite mit Rechten demonstriert.

14:45 Uhr: Die Stadträtin der Grünen, Petra Zais (57, l.): "Es ist das erste Mal, dass diejenigen die Initiative ergreifen, um die es nunmal geht. Es ist ein großes Zeichen aller Chemnitzer, die heute hier sind. Wir wollen keine Mauern aufbauen".

14:35 Uhr: Zur gleichen Zeit sind etwa 50 Personen von "Chemnitz wehrt sich" am Schillerplatz. Die Demo beginnt erst um 15 Uhr. Veranstalterin ist Kathrin Müller, Sprecher ist Steffen Musolt.

14:27: Nun sprechen die Organisatoren der Flüchtlings-Demo. Sie haben Angst, leben isoliert und mussten ihre Heimat verlassen. "Wir sind keine Kriminellen, wir leiden unter der Isolation in den Heimen." Die Organisatoren freuen sich, dass so viele da sind. 400 Menschen sind nun am Theaterplatz.

14:25 Uhr: Auch Bürgermeister Miko Runkel ist vor Ort. "Ich bin zwar hier, um die friedliche Demonstration zu gewährleisten, aber als Linker unterstütze ich die Forderung nach menschenwürdiger Unterbringung der Flüchtlinge."

14:22 Uhr: Die Kundgebung hat begonnen.

14:20 Uhr: Inzwischen ist der Platz vor der Oper gut gefüllt. Rund 250 Demonstranten warten auf den Start. Circa 100 Polizisten sollen die Sicherheit gewährleisten.

14:15 Uhr: Die Polizei und die Organisatoren der Demo gehen noch einmal die Punkte durch.

14:10 Uhr: Organisator der Flüchtlingsfamilien, Maximilian Schneider (28) ist pünktlich vor Ort. "Wir protestieren gegen Residenzpflicht, Wohnsituation, fehlende Deutschkurse. Heute kommen die Flüchtling selbst zu Wort."

14:00 Uhr: Die ersten rund 100 Teilnehmer der Flüchtlingsdemo versammeln sich. Noch ist die Lage ruhig, das Wetter bescheiden.

Hintergründe zu den Chemnitzer Demonstrationen

Chemnitz - Am Samstag gehen zum zweiten Mal schätzungsweise 500 Asyl-Gegner der Bewegung „Chemnitz wehrt sich“ auf die Straße. Als Neonazis wollen sie sich nicht abstempeln lassen, sehen sich schon gar nicht als solche.

Pressesprecher von „Chemnitz wehrt sich“ ist Steffen Musolt (68), der sich und seine Mitstreiter als Bürgerbewegung erklärt, welche die verfehlte Asylpolitik - insbesondere in Chemnitz - nicht länger hinnehmen wolle.

Grundsätzlich sei man nicht gegen Ausländer.

So ruft Musolt sogar zu Solidarität mit Flüchtlingen auf - man will sich ja zur Mitte der Bevölkerung zählen...

Die Bewegung in die rechte Ecke zu drängen, sei Verleumdung und Rufmord.

Dennoch konnten bei der ersten Kundgebung am 22. November am Karl-Marx-Monument mehrere Mitglieder des „Rings Nationaler Frauen“ (Unterorganisation der NPD) unbehelligt ihr RNF-Banner enthüllen.

„Wir wollen einzig unser Mitspracherecht bei Entscheidungen zur Unterbringung von Flüchtlingen in Asylaufnahmestandorten“, so Musolt.

Insbesondere die Chemnitzer Erstaufnahmeeinrichtung für Asylsuchende im Stadtteil Ebersdorf ist dem Initiator von „Chemnitz wehrt sich“ ein Dorn im Auge.

Es sei zu voll, es gebe zu viele Straftaten, Pöbeleien, Belästigungen drumherum. In der Erstaufnahmeeinrichtung in Chemnitz und ihrer Außenstelle in Schneeberg leben derzeit rund 1500 Flüchtlinge.

Steffen Musolt: „Im Schlepptau dieser Politik halten Kriminalität, Gewaltverbrechen, Drogen und Glaubenshetze Einzug in unsere Städte und Kultur. Asylsuchende sollten sich im Gastland auch der Hilfe würdig verhalten. Sie haben alles zu unternehmen, um sich Sitten und Gebräuche der Gastgeber anzupassen. Dies schließen Sprache und Integrationsbereitschaft ein.“

Mitspracherecht des „Volkes“ in Sachen Asylpolitik fordert der 68-Jährige nicht nur in der Stadt, auf Landes- und Bundesebene, sondern auch bei der „EU-Politik“.

„Wir fordern umgehende Dialogangebote an uns Bürger, um mit Informationen, Hintergrundwissen und Mitentscheidung unsere Ängste und Sorgen überwinden zu können.“

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