Ostsachsens ewige Baustelle: Neue B178 wird abgespeckt

Sachsens Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) hat sich für die abgespeckte Variante entschieden.
Sachsens Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) hat sich für die abgespeckte Variante entschieden.  © DPA

Löbau - An kaum einem anderen Straßenbauprojekt in Sachsen wurde schon so viel „herumgedoktert“ wie an der neuen Bundesstraße 178. Nun unternimmt das Verkehrsministerium einen neuen planerischen Anlauf, die letzte Lücke des Dreiländereck-Highways zu schließen.

Es geht um 5,1 Kilometer zwischen Nostitz und dem Autobahnanschluss Weißenberg (A4). Nachdem sich die Planungen im vergangenen Jahr im Wirrwarr aus Einwänden, Alternativ-Vorschlägen und Naturschutz-Bedenken verhedderten, legte Sachsens Verkehrsministerium jetzt seine Vorzugsvariante vor.

Die sieht dem Vorgänger vom Verlauf her recht ähnlich, nur gerät sie wesentlich schmaler. Statt der ursprünglichen Vierspuren-Variante soll der Verkehr nun nur noch über drei Spuren rollen und an die bereits vorhandene A4-Auffahrt anschließen.

Das Ministerium begründete das Abspecken mit einer neuen Verkehrsprognose, der zufolge im Jahre 2025 nur noch 12 500 Fahrzeuge am Tag die B178 benutzen würden. Die auf das Jahr 2020 geschriebene Vorprognose ging noch von 17 500 Fahrzeugen aus. "Hinzu kommt eine immer strengere Rechtsprechung gegen Trassen, die europäische Naturschutzgebiete queren", heißt es weiter in der ministeriellen Begründung.

Auf schnelle Entlastung vom Durchgangsverkehr können die Weißenberger dennoch nicht hoffen. Denn seine Vorzugsvariante reichte der Freistaat nun erstmal beim Bund ein, der sie als Baulastträger wiederum prüfen und letztlich genehmigen muss. Erst danach kann in Sachsen das offizielle Planverfahren beginnen.

Und nur, wenn dieses ohne ernsthafte Einwände und Klagen über die Bühne geht, wäre ein Baubeginn im kommenden Jahr denkbar.

Wie hier bei Oderwitz soll die neue B178 auch zur Autobahn hin dreispurig ausgebaut werden.
Wie hier bei Oderwitz soll die neue B178 auch zur Autobahn hin dreispurig ausgebaut werden.  © Matthias Weber

Titelfoto: Matthias Weber


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