Lok Leipzig gegen Regionalliga-Reform: "Osten wird zerschlagen!"

Leipzig - Fußball-Viertligist 1. FC Lokomotive Leipzig hat die angedachte Regionalliga-Reform scharf kritisiert.

Lok-Präsident Thomas Löwe (50) befürchtet durch die Eliminierung der Nordost-Staffel das Ausbleiben von Traditionsduellen, wie das anstehende Lok Leipzig gegen den BFC Dynamo.
Lok-Präsident Thomas Löwe (50) befürchtet durch die Eliminierung der Nordost-Staffel das Ausbleiben von Traditionsduellen, wie das anstehende Lok Leipzig gegen den BFC Dynamo.  © Picture Point/G. Krieg

Wie die Probstheidaer am Dienstag mitteilte, brauche "der Osten eine starke Liga". Mit Blick auf das anstehende Duell gegen den BFC Dynamo am Samstag (13.30 Uhr) im heimischen Bruno-Plache-Stadion heißt es, dass dann "solche Traditionsduelle leider der Vergangenheit" angehören.

Man wolle daher "durch zahlreiches Erscheinen im Stadion ein deutliches Zeichen für den Erhalt der Regionalliga Nordost" setzen. "Der zuschauerstarke Ostfußball braucht eine attraktive Heimat mit regionaler Identität und wirtschaftlicher Vernunft", heißt es.

Loks Präsident meldete sich auch persönlich zu Wort. "Die langjährigen Traditionsduelle in Deutschlands Fußballosten müssen unseren Fans auch in Zukunft erhalten bleiben", sagte Thomas Löwe. "Wir fordern daher den Erhalt der Regionalliga Nordost. Gerade die Entfernungen und Aufwendungen zu den Auswärtsspielen nach Süddeutschland würden sich ökonomisch kaum darstellen lassen", so der 50-Jährige.

Hintergrund: Am vergangenen Freitag hatten sich 19 der 20 Drittligisten für einen Kompromiss bei der Abstiegsregelung und einer Neuordnung der Regionalligen ausgesprochen (TAG24 berichtete). Man wolle demnach vier direkte Absteiger aus der 3. Liga in Verbindung mit einer Reduzierung der Regionalligen von fünf auf vier mittragen.

Damit würde dann der jeweilige Meister aufsteigen. Bis zur letzten Saison wurden aus den fünf Regionalligen drei Aufsteiger ermittelt. Teilnahmeberechtigt an den Aufstiegsspielen war neben den vier Meistern der Staffeln Nord, Nordost, Bayern, Südwest und West auch der Zweitplatzierte der Südwest-Staffel, da diese die meisten Mitglieder und Vereine im Deutschen Fußballbund (DFB) stellt.

Bis zur Umsetzung der Regionalliga-Reform wurde sich für die Spielzeiten 2018/19 sowie 2019/20 bereits auf jeweils vier Drittliga-Absteiger und vier Regionalliga-Aufsteiger geeinigt. Demnach steigen nach dieser Saison die Meister der Regionalligen Nordost, Südwest und West auf, der vierte Aufsteiger wird in Hin- und Rückspiel zwischen dem Nord- und Bayern-Meister ausgespielt. In der Saison 2019/20 steigen dann der Nord- und Bayern-Meister neben dem Südwest-Meister jeweils auf, West und Nordost spielen den vierten Aufsteiger aus.

Unter den Drittligisten scherte einzig der FC Energie Cottbus für den Kompromiss bei der Abstiegsregelung aus. Der Verein lehne unter anderem die derzeit diskutierten Modelle mit vier Regionalligen ab. Die Vereine aus der Nordostliga würden dem Norden und Süden zugeteilt. Cottbus wertete dies als einen deutlichen Nachteil für die im Gebiet des Nordostdeutschen Fußballverbandes beheimateten Clubs. Energie beklagte - wie der 1. FC Lok - deutlich höhere Reisekosten, "wodurch dem Verein ein noch größerer Wettbewerbsnachteil gegenüber Vereinen beispielsweise aus der Staffel West entstehen würde".

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