Lok Leipzig: Sportchef Wolfgang Wolf bleibt bis Winter Trainer - mindestens

Leipzig - Spiel eins nach der Kurz-Ära Joppe bei Lok Leipzig ist schon wieder Geschichte. Am Montagabend gewann der ambitionierte Aufstiegsanwärter sein Heimspiel gegen Kellerkind SV Babelsberg knapp, aber durchaus verdient mit 1:0 (TAG24 berichtete). Auf der Bank saß der ehemalige Bundesligacoach Wolfgang Wolf, der eigentlich Sportdirektor in Probstheida ist. Diesen Platz soll er auch noch bis zum Jahresende innehaben - mindestens.

Matthias Steinborn (M.) sorgte am Montagabend beim 1:0 gegen den SV Babelsberg mit seinem Siegtor für einen gelungenen Einstand des Interimstrainers Wolfgang Wolf.
Matthias Steinborn (M.) sorgte am Montagabend beim 1:0 gegen den SV Babelsberg mit seinem Siegtor für einen gelungenen Einstand des Interimstrainers Wolfgang Wolf.  © Picture Point/S. Sonntag

Die Aufregung vor der Partie im Bruno-Plache-Stadion war groß. Wie wird die Mannschaft die Amtsniederlegung des Teammanagers Björn Joppe (40) verkraften? "Die Jungs stecken das gut weg", war sich Präsident Thomas Löwe (51) schon in der Halbzeitpause beim Stand von 0:0 sicher.

Das Lok-Oberhaupt erklärte am MDR-Mikrofon auch, wie es zur Trennung mit dem Hoffnungsträger gekommen war. "Björn Joppe hat uns am Samstag mitgeteilt, dass er das Amt des Teamchefs aus persönlichen Gründen niederlegt. Wir haben von ihm natürlich die Gründe noch erfahren, haben uns aber entschlossen, damit nicht an die Öffentlichkeit zu gehen."

Angeblich soll sich die Mannschaft größtenteils gegen einen Verbleib des 40-Jährigen ausgesprochen haben. Von Arroganz ist die Rede. Joppe habe seit der Entlassung des bisherigen Coaches Heiko Scholz (53) Ende September 2018 "großartige Arbeit geleistet" und seinerzeit eine "verunsicherte Mannschaft übernommen", diese stabilisiert und in dieser Saison in der Spitzengruppe der Regionalliga Nordost etabliert.

Kein böses Blut in Probstheida

Wolfgang Wolf (62, l.) ist "mit Sicherheit bis Winter" Interimstrainer beim FCL, Nicky Adler (34, r.) soll der neue Co-Trainer werden.
Wolfgang Wolf (62, l.) ist "mit Sicherheit bis Winter" Interimstrainer beim FCL, Nicky Adler (34, r.) soll der neue Co-Trainer werden.  © Picture Point/G. Krieg

Böses Blut fließt nach der Trennung aber nicht in Probstheida. Löwe: "Sie werden nicht hören, dass ein Offizieller irgendein negatives Wort über Björn Joppe sagt."

Schon am Tag nach Joppes Aus habe sich Sportdirektor Wolfgang Wolf sieben Jahre nach dem vermeintlichen Ende seiner Trainerlaufbahn entschieden, den Posten beim jetzigen Tabellendritten interimsweise zu übernehmen. Urgestein Rainer Lisiewicz, wegen Joppes fehlender Trainerlizenz seit Januar offiziell als Chefcoach im Amt, bleibt aber dennoch weiter im Trainerteam.

"Ich habe mich gar nicht drauf gefreut, weil ich nicht drauf eingestellt war und es nicht vorhatte", sagte Wolf über seinen vorübergehenden Extra-Job, den er "mit Sicherheit bis Winter" ausüben werde.

Da neben Joppe aber auch Co-Trainer und Ex-Profi Ronny Surma sein Amt niederlegte, ist noch eine Stelle offen - aber wohl nicht mehr lang. "Es wird aller Voraussicht nach Nicky Adler werden", bestätigte Präsident Löwe schon vor der Vertragsunterzeichnung die anstehende Personalie.

Wolfgang Wolf hat das Ziel in seiner wohl noch zwei Monate andauernden Zeit in Personalunion schon vorgegeben: "Kein Spiel verlieren bis zur Winterpause." Sohn Patrick (30), Stamm-Innenverteidiger neben Kapitän Robert Zickert (29), gab mit Blick auf die beiden im Gleichschritt marschierenden Konkurrenten Hertha II und Altglienicke vor: "Wir müssen jedes Spiel gewinnen!"

In diesem Fall würde der 1. FC Lok Leipzig am Ende der Saison wohl ganz oben thronen. Der angestrebte Aufstieg wäre dann aber noch nicht geschafft, zwei Aufstiegsspiele gegen den Meister der Weststaffel (aktuell SV Verl) müssten noch gespielt werden.

Freitag (16 Uhr) spielt Lok beim Schlusslicht Bischofswerda, nächste Woche Donnerstag (13 Uhr) erneut im Sachsenpokal.

Björn Joppe (40) legte das Amt des Teammanagers von Lok Leipzig am Samstag - mehr oder weniger freiwillig - nieder.
Björn Joppe (40) legte das Amt des Teammanagers von Lok Leipzig am Samstag - mehr oder weniger freiwillig - nieder.  © Picture Point/G. Krieg

Mehr zum Thema Lok Leipzig:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0