Irrer Fight, 7 Tore, wieder Tabellenführer! Lok Leipzig schlägt Nordhausen

Leipzig - Der 1. FC Lok Leipzig hat sich am 10. Spieltag die Tabellenführung in der Regionalliga Nordost zurückgeholt. Das Team von Björn Joppe setzte sich unter Flutlicht am Freitagabend mit 4:3 (1:1) gegen Wacker Nordhausen um den Ex-Trainer Heiko Scholz durch und schob sich an den Thüringern und vorerst auch an Hertha BSC II vorbei auf Rang eins. Vor 3549 Zuschauern im Bruno-Plache-Stadion sorgten Matthias Steinborn (18.), Aykut Soyak (48.), Maurice Pluntke (74./Eigentor) und Patrick Wolf (82.) für die Lok-Tore, Nils Pichinot (38.), Stepan Kores (55.) und Florian Beil (85.) trafen für die Gäste.

Die Führung: Matthias Steinborn dreht sich kurz vor dem Strafraum, zog ab und traf per Bogenlampe zum 1:0 für Lok.
Die Führung: Matthias Steinborn dreht sich kurz vor dem Strafraum, zog ab und traf per Bogenlampe zum 1:0 für Lok.  © Picture Point/Gabor Krieg

Die bislang noch ungeschlagenen Probstheidaer, die mit acht Gegentoren zudem die beste Defensive der bisherigen Saison stellten, trafen auf den aktuell ärgsten Verfolger des Spitzenreiters Hertha BSC II. Nach zwei Unentschieden gegen die Berliner Klubs BFC Dynamo und BAK sollte am Freitagabend wieder ein Sieg her.

Klar war: Nur der Sieger im "Bruno" wäre Spitzenreiter, bei einem Unentschieden würden beide hinter den Hertha-Bubis bleiben.

Und in der ersten Halbzeit war das ein toller Auftritt der Loksche vor den heimischen Fans. Nach kurzem Aufreger ohne Elferpfiff, Matthias Steinborn war in einer für ihn aussichtslosen Situation im Strafraum gefallen, wurde es für den Angreifer in derselben Minute noch einmal gefährlich: Aus dem Mittelfeld erreichte ihn halbrechts vorm Sechzehner der Ball, doch Steinborn zielte knapp neben das Tor (10.).

Lok bestimmte die Partie, die Nordhäuser hatten bei nassen Bedingungen große Probleme ins Spiel zu finden und die Leipziger Angriffe zu entschärfen. So kamen die Hausherren auch zur verdienten Führung: Aykut Soyak gab kurz vor dem Sechzehner zu Steinborn, der aus der Drehung mit einer leicht abgefälschten Bogenlampe über Jan Glinker hinweg zum 1:0 einnetzte (18.).

Es sollten weitere gute Chancen folgen, eine der besten davon hatte Djamal Ziane, der mit Turban einen halbhohen Ball vom linken Flügel gefährlich auf den Kasten köpfte, doch er drehte sich knapp am langen Pfosten vorbei.

Doch es gab noch diesen einen lichten Moment für die Gäste, den sie eiskalt zum Ausgleich nutzten. Eine Ecke köpfte Stürmer Nils Pichinot in der 38. Minute ins Tor, Keeper Lukas Wenzel war machtlos - 1:1. Es war Pichinots achtes Ligator, sein fünftes per Kopf.

Irrer Fight: 2:1, 2:2, 3:2, 4:2, 4:3

Das war der Jubel nach dem 2:2-Ausgleich durch Stepan Kores (2.v.r.).
Das war der Jubel nach dem 2:2-Ausgleich durch Stepan Kores (2.v.r.).  © Picture Point/Gabor Krieg

Die zweite Halbzeit begann gleich mal richtig gut.

Soyak wurde genug Platz gelassen, er ging noch drei, vier Schritte, zog aus 20 Metern einfach mal ab und überwand Glinker zur erneuten Führung - 2:1 (48.).

Doch nur sieben Minuten später nutzten die Gäste wieder eine Chance, diesmal aus dem Spiel heraus: Stepan Kores setzte sich mit einem Haken gegen Robert Berger durch, schoss hoch in die lange Ecke und traf - 2:2 (55.).

20 Minuten vor dem Ende brachte Joppe noch mal zwei Neue auf einen Schlag rein: Leon Heynke und Stephané Mvibudulu ersetzten Ziane und Soyak (70.).

Und Lok sollte hier tatsächlich ein drittes Mal in Führung gehen! Berger flankte von der rechten Seite vors Tor, dort misslang Maurice Pluntke der Klärungsversuch, der Ball landete im eigenen Kasten - 3:2 (74.).

Aber hey, es kam noch besser! Wieder Berger-Flanke von rechts, Glinker klärte unzureichend, Mvibudulu köpfte zentral vor den Kasten, dort beförderte Patrick Wolf das Spielgerät abgefälscht zum 4:2 ins nun leere Tor - 4:2 (82.).

Schluss? Nee! Florian Beils Schuss landete irgendwie in Leipzigs Maschen, das 3:4 (85.). Aber das war's dann, Wahnsinn!

Damit schieben sich die Probstheidaer im direkten Duell an Nordhausen und auch - zumindest über Nacht - an Herthas Reserve vorbei, sind Erster. Die Berliner könnten schon mit einem Remis am Samstag gegen Babelsberg wieder Spitzenreiter werden.

Nächste Woche Sonntag (6. Oktober, 13 Uhr) geht's für Lok innerhalb Leipzigs zum Stadtderby nach Leutzsch zur BSG Chemie, Nordhausen empfängt eine halbe Stunde später Energie Cottbus.

Aykut Soyak (l.) konnte kurz nach Wiederbeginn auf 2:1 stellen.
Aykut Soyak (l.) konnte kurz nach Wiederbeginn auf 2:1 stellen.  © Picture Point/Gabor Krieg
Matthias Steinborn eröffnete in der 18. Minute die torreiche Begegnung mit seinem Führungstor.
Matthias Steinborn eröffnete in der 18. Minute die torreiche Begegnung mit seinem Führungstor.  © Picture Point/Gabor Krieg
© Picture Point/Gabor Krieg

Mehr zum Thema Lok Leipzig:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0