Das meinen Lokal-Politiker zur geplanten Moschee

Hubert Gintschel (66, Linke) hat kein Minarett- Problem. - Ines Saborowski-Richter (48, CDU) ist skeptisch.
Hubert Gintschel (66, Linke) hat kein Minarett- Problem. - Ines Saborowski-Richter (48, CDU) ist skeptisch.

Von Torsten Schilling

Chemnitz - Die Pläne für einen Moschee-Bau in Chemnitz stoßen in der Kommunalpolitik auf unterschiedliche Reaktionen. Offen ist, ob die Muslim-Gemeinde „Ahmadiyya Muslim Jamaat“ ihr Gebetshaus im Luther-Viertel errichten kann. Die Stadt favorisiert an der Bernhardstraße Wohnungsbau.

Die Fraktionsgemeinschaft von CDU und FDP sieht das Moschee-Vorhaben skeptisch. „In der derzeit aufgeheizten Situation ist es der denkbar schlechteste Zeitpunkt, über den Bau einer Moschee zu entscheiden“, sagt CDU-Stadträtin Ines Saborowski-Richter (48). „Bei einem solchen Vorhaben müssen unbedingt die Bürger mit entscheiden.“

Für Stadtrat Hubert Gintschel (66, Linke) ist die Sache klar. „Christen haben Kirchen. Die jüdische Gemeinde ihre Synagoge. Und Muslimen, die übrigens schon länger in Chemnitz leben, kann man ein Gebetshaus mit Minarett nicht verwehren.“ Auch für Petra Zais (59, Grüne) steht fest: „Muslime gehören zu Chemnitz. Das müsste mittlerweile jedem klar sein. Die Stadt wird bunter.“

Moschee ja, Minarett nein, findet dagegen Stadtrat Martin Kohlmann (38, Pro Chemnitz). „Ein Gebetshaus zu bauen ist das gute Recht. Ein Minarett aber wäre eine schleichende Islamisierung.“ Die Evangelisch-Lutherische Kirche Chemnitz wollte sich gestern nicht äußern.

Fotos: Werner Kaiser, Klaus Jedlicka


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