Lollapalooza-Fazit: Viel Chaos, aber der Wille zur Besserung war da

Festivalbesucher gehen beim Lollapalooza Festival über das Gelände der Rennbahn Hoppegarten.
Festivalbesucher gehen beim Lollapalooza Festival über das Gelände der Rennbahn Hoppegarten.  © DPA

Hoppegarten - Mit den Konzerten der Bands Foo Fighters und The xx ist das Festival Lollapalooza in Hoppegarten am Sonntagabend zu Ende gegangen.

Das weltbekannte Festival hatte in diesem Jahr keine Chance in Berlin, so zogen die Veranstalter nach Hoppegarten. Die kleine brandenburgische Gemeinde vor den Toren der Hauptstadt zählt über 16.500 Einwohner, doch an diesem Wochenende wuchs die Einwohnerzahl für zwei Tage auf über 85.000 Menschen an. Partywillige machten die Rennbahn unsicher, doch der Protest war im Vorfeld groß.

Naturschützer sorgten sich um Flora und Fauna und die Einwohner um ihren Vorgarten und Gehörgang. Doch selbst Initiativen gegen die Austragung von Lollapalooza scheiterten. So strömten sie alle nach Hoppegarten.

Kurze Zeit später offenbarte sich das Ausmaß des organisatorischen Chaos. An- und Abreise funktionierte nicht. Shuttlebusse und S-Bahnen waren am Limit, konnte die Massen kaum bewältigen.

Zahlreiche Besucher des Musikfestivals Lollapalooza nutzten die S-Bahn zur An- und Abreise - unter den strengen Augen der Polizei.
Zahlreiche Besucher des Musikfestivals Lollapalooza nutzten die S-Bahn zur An- und Abreise - unter den strengen Augen der Polizei.  © DPA

In der Nacht zum Sonntag folgte der Kollaps von 30 Menschen am Bahnsteig des gleichnamigen S-Bahnhofs. Im dichten Gedrängel brachen Besucher zusammen und mussten von Sanitätern behandelt werden, wie TAG24 berichtete.

Veranstalter Tommy Nick wies die Vorwürfe zurück, dass die Organisation fehlerhaft sei. Nach Absprache mit der BVG und der Bahn "waren der S-Bahn-Takt von 20 Minuten auf 10 Minuten verdichtet und längere Züge eingesetzt worden", sagte er am Sonntag. "Nach Aussage der S-Bahn konnte der Takt nicht weiter verdichtet werden, weil es nicht mehr Personal gab" und so kam es am Bahnhof zu entsprechenden Chaos bei der Abreise.

Am Sonntag dann die erhoffte Besserung. Nach ersten Erkenntnissen der Bundespolizei verlief die Abreise der Besucher deutlich besser als am Samstagabend. Wie die Bundespolizei am Sonntagabend mitteilte, wurde der S-Bahnhof Hoppegarten (Mark) immer nur kurz gesperrt, um eine Überfüllung des Bahnhofs zu verhindern. Die Bahnen fuhren demnach in einem engen Takt.

Auch nach Angaben des Veranstalters Tommy Nick verlief die An- und Abreise am Sonntag wesentlich entspannter. "Es hat deutlich besser geklappt als am Samstag." Gegen 23.00 Uhr traten viele Besucher den Heimweg an und die Band "The xx" spielte die letzten Songs.

Heiß auf mehr Großveranstaltungen: Bürgermeister Karsten Knobbe (Linke), doch es muss einiges optimiert werden. (Bildmontage)
Heiß auf mehr Großveranstaltungen: Bürgermeister Karsten Knobbe (Linke), doch es muss einiges optimiert werden. (Bildmontage)  © DPA (Bildmontage)

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