Diese Kosmetik macht krank. Großbritannien will das jetzt ändern

Die Plastikteilchen verschmutzen die Gewässer und werden oft von Fischen aufgenommen.
Die Plastikteilchen verschmutzen die Gewässer und werden oft von Fischen aufgenommen.  © Oregon State University/dpa

London - Mikroplastik in Lebensmitteln und Kosmetik ist längst kein Geheimnis mehr. Die umweltschädlichen und nur millimetergroßen Plastikkügelchen will Großbritannien nun aus Zahncreme, Duschgel, Peeling, Gesichtscreme, Seife und Make-up verbannen.

Mikroplastik macht uns nicht nur krank, der Plastikmüll verschmutzt auch die Umwelt und die Meere im besonderen. Denn die winzigen Mikroplastik-Kügelchen gelangen oft ungehindert in die Kläranlage, landen in unseren Gewässern und gelangen so schließlich in die Nahrungskette. Dramatisch: Die Kügelchen können zu physiologischen Störungen und Tumorbildung führen.

Immerhin kommt jetzt ein Vorstoß aus Großbritannien. Geplant ist ein Verbot von Mikrokügelchen in Kosmetikprodukten, die "abwaschbar" sind. Also unter anderem Duschgels, Zahnpasta und verschiedene Reinigungsprodukte.

Grund für die Aktion der britischen Regierung: Neue Untersuchungen belegen die Gefährdung der menschlichen Gesundheit durch Mikroplastik.

Die Verbraucherplattform Codecheck hat von 2014 bis 2016 über 103.000 Kosmetikprodukte verglichen. Erschreckendes Ergebnis: Jedes dritte Gesichts- und jedes zehnte Körperpeeling enthält Mikroplastik in Form von Polyethylen. Die kleinen Fasern stecken außerdem in jedem vierten Duschgel und jedem zehnten Make-up.

Betroffen sind bis zu 90 Prozent aller Produkte.

Die britische Regierung will nun untersuchen lassen, welche Produkte von dem Verbot betroffen wären.

Das Verbot soll in Form eines neuen Gesetzes bereits im nächsten Jahr in Kraft treten: Ab 30. Juni 2018 dürfen keine Kosmetikartikel mit Mikroplastik verkauft werden.

Hersteller und Verkäufer, die sich nicht daran halten, müssen mit Sanktionen rechnen.

Greenpeace hat einen Mikroplastik-Ratgeber herausgegeben. Dort findet hier viele Produkte, in denen Mikroplastik Bestandteil ist. Außerdem liefert die App "Beat the Microbead" per Barcode-Scan Informationen zu Produkten und ob sie Mikroplastik enthalten.

Laut Greenpeace wäre es kein Problem, den fraglichen Inhaltsstoff wegzulassen. Denn Kunststoffe in Kosmetik können durch natürliche Stoffe wie Nuss- oder Kokosschalen, Aprikosen- oder Traubenkerne und Mandelkleie ersetzt werden.

Die mineralische Alternative sind zum Beispeil Salzkristalle, Tonerde, Kreide oder Kalk.

Titelfoto: Oregon State University/dpa


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