Erstes Paar der Welt: Diese Frauen trugen Baby gemeinsam aus

London - Es ist ein wegweisendes Verfahren, das viele lesbische Paare auf der gesamten Welt noch näher zusammenbringen könnte. Erstmals trugen zwei Frauen aus Großbritannien ihr Kind gemeinsam aus.

Erstmals kam ein Baby auf die Welt, das von zwei lesbischen Partnerinnen gemeinsam ausgetragen wurde. (Symbolbild)
Erstmals kam ein Baby auf die Welt, das von zwei lesbischen Partnerinnen gemeinsam ausgetragen wurde. (Symbolbild)  © 123RF subbotina

Jasmine Francis-Smith (28) und ihre Ehefrau Donna (30) lernten sich im Jahr 2014 beim Online-Dating kennen. Gemeinsam wollten beide unbedingt ein Kund haben.

Da es aber in der Natur der Sache liegt, dass nur eine der beiden Frauen das Kind austragen kann, musste der Biologie ein Schnippchen geschlagen werden.

Forscher entwickelten deshalb ein "Shared Motherhood"-Verfahren (Geteilte-Mutterschaft-Verfahren). Die Eizelle wird dabei einer Frau (Donna) entnommen und anschließend der anderen Frau (Jasmine) befruchtet eingesetzt.

Wie bei einer ganz gewöhnlichen Schwangerschaft wird der Fötus dann von ihr ausgetragen und auf die Welt gebracht.

Nach der geglückten Geburt ihres Sohnes Otis schwärmt Donna im "Telegraph" über das neue Verfahren: "Es gibt viele gleichgeschlechtliche Paare, bei denen eine Person die ganze Sache macht. [...] (Das Verfahren) hat uns definitiv emotional näher zusammengebracht. Wir sind sowieso ein inniges Paar, aber wir haben beide eine besondere Beziehung zu Otis, die durch die Art und Weise, wie wir es gemacht haben, gefördert wurde."

Durch Schwangerschaft sind sich beide noch näher gekommen

Lesbische Frauen könnten durch das Verfahren noch eine engere Bindung zu ihrem Kind aufbauen. (Symbolbild)
Lesbische Frauen könnten durch das Verfahren noch eine engere Bindung zu ihrem Kind aufbauen. (Symbolbild)  © 123RF delcreations

Und auch Jasmine sieht in der geteilten Schwangerschaft nur Vorteile. Dem "Mirror" sagte sie: "Durch das Verfahren haben Donna und ich uns im gesamten Prozess wirklich gleich gefühlt und sind uns emotional näher gekommen. Wir sind eine echte Familie. Wenn wir das alles nochmal so machen müssten, wir würden nichts ändern."

Ob Otis ihr einziges Kind bleibt oder vielleicht Donna beim nächsten Mal das Baby austragen darf, verrieten die Frauen nicht.

Zweifelsohne scheint diese Art der Schwangerschaft aber ein absoluter Zugewinn für lesbische Paare zu sein, die sie emotional noch mehr an ihr Kind bindet.

Und so ist auch der medizinische Direktor der zuständigen Frauenklinik nach dem gelungenen Erstversuch hochzufrieden: "Es ist das erste Mal, dass wir es getan haben. Es ist sehr aufregend, weil es bedeutet, dass lesbische Paare, die gemeinsam Babys haben wollen, sich aktiv am Kreieren des Embryos und des Babys beteiligen können."

Es wird spannend zu sehen sein, ob dieses Verfahren in Deutschland Einzug hält.

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