Angst vor No-Deal-Brexit: Kommt die Queen an einen geheimen Ort?

London - In Großbritannien wächst die Angst vor einem No-Deal-Brexit. Während die Regierung im Augenblick noch keinen Plan hat, wie es weitergeht, soll es sehr konkrete Pläne geben, was mit Queen Elizabeth (92) und ihrem Ehemann, Prinz Philip (97), im Falle eines kalten Brexits passiert.

Sollte es bei einem No-Deal-Brexit zu Ausschreitungen kommen, soll die Queen evakuiert werden.
Sollte es bei einem No-Deal-Brexit zu Ausschreitungen kommen, soll die Queen evakuiert werden.  © Joe Giddens/PA Wire/dpa

Wegen des drohenden ungeordneten Brexits nimmt in Großbritannien auch die Sorge vor Protesten und Krawallen zu. Wie "The Times" berichtet, habe das britische Königshaus deshalb die Notfallpläne aus dem Kalten Krieg wieder ins Spiel gebracht.

Kommt es tatsächlich zu schweren Ausschreitungen, sollen - laut den Plänen - die Queen und Prinz Philip an einen "geheimen Ort" gebracht werden. Die Regierung habe das bereits bestätigt, aber auf die Geheimhaltung des Ortes hingewiesen.

Und um auf alle Optionen vorbereitet zu sein, wolle die britische Regierung bei einem ungeregelten Brexit offenbar auch das Kriegsrecht ausrufen.

Der Evakuierungsplan für das Königspaar stammt noch aus der Zeit des Kalten Krieges (1947 bis 1991). Damals sollten die Royals im Falle eines atomaren Angriffs durch die frühere Sowjetunion in Sicherheit gebracht werden. Sollte es nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU am 29. März zu zivilen Unruhen kommen, würden die Pläne sofort zum Einsatz kommen.

Weil das Austrittsabkommen noch immer nicht in trockenen Tüchern ist, scheint ein Brexit ohne Abkommen immer wahrscheinlicher. Und das würde Großbritannien vor erhebliche Schwierigkeiten stellen.

Die britische Königin Elizabeth II. und ihr Ehemann Prinz Philip 2016 in London.
Die britische Königin Elizabeth II. und ihr Ehemann Prinz Philip 2016 in London.  © Andy Rain/EPA/dpa

Nach Ansicht der renommierten britischen Denkfabrik "Institute for Government" sei Großbritannien auf einen Brexit ohne Abkommen schlecht vorbereitet. So geht aus einer aktuellen Analyse hervor, dass die Regierung nicht genug Zeit gehabt hätte, um die notwendige Gesetzgebung zu verabschieden. Ebenso habe Zeit gefehlt, um neue Behördenabläufe und Computersysteme einzuführen sowie Mitarbeiter einzustellen.

"Selbst wenn die Regierung einen Tag nach dem Referendum 2016 mit den Vorbereitungen für einen ungeregelten Brexit begonnen hätte, wären weniger als drei Jahre ein sehr viel stärker komprimierter Zeitplan als für andere Großprojekte (...)", heißt es von den Experten der Denkfabrik.

Für den No-Deal-Brexit seien mindestens so intensive Vorbereitungen notwendig gewesen, wie etwa für die Umsetzung größerer sozialpolitischer Reformen oder von Olympischen Spielen.

Der britische Außenminister Jeremy Hunt schließt wegen der Gesetzgebung eine Brexit-Verschiebung sogar mit Abkommen nicht aus. "Ich glaube es ist wahr, dass wir ein bisschen Extra-Zeit brauchen könnten, um wichtige Gesetze zu verabschieden, wenn wir einem Abkommen nur Tage vor dem 29. März zustimmen", sagte Hunt in einem Interview mit BBC-Radio.

Der mit der EU ausgehandelte Austrittsvertrag sieht eine zweijährige Übergangsfrist vor. In dieser Zeit würde sich so gut wie nichts ändern. Im Januar lehnte das Parlament in London das Abkommen mit großer Mehrheit ab. In der vergangenen Woche stimmten die Abgeordneten für Nachverhandlungen mit Brüssel in der schwierigen Irland-Frage.

Die EU lehnt das aber ab. Eine Einigung ist bislang nicht in Sicht.

Titelfoto: Joe Giddens/PA Wire/dpa

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