Rauchen als Krebsursache Nr. 1 bald abgelöst: Was noch gefährlicher ist

London - Eine aktuelle Studie aus England wartet mit einer erschreckenden Prognose auf. Demnach wird Rauchen bald nicht mehr die größte vermeidbare Krebsursache sein.

Noch ist Rauchen die erste vermeidbare Krebsursache.
Noch ist Rauchen die erste vermeidbare Krebsursache.

Wie "Metro" berichtet, gehen Wissenschaftler von Cancer Research UK davon aus, dass Übergewicht in naher Zukunft mehr Menschen töten wird als Rauchen. Dem Bericht zufolge sind vor allem Frauen von dieser Verschiebung betroffen.

Wenn sich die aktuellen Trends fortsetzen, könnten laut der Forscher adipositasbedingte Krebserkrankungen bei Frauen bis 2035 23.000 Fälle ausmachen. Das wären nur 2.000 weniger als durch Rauchen bedingte Krankheitsfälle.

Bis 2043 soll sich das Verhältnis dann komplett umgekehrt haben. Bei Männern trete dieser Fall jedoch viel später ein, da das Rauchen derzeit schätzungsweise fast doppelt so viele Krebsarten bei Männern verursacht, als es Übergewicht tut.

Zwar beziehen sich die Angaben der Studie auf das Vereinigte Königreich, sind aber auch für andere Länder als deutlicher Fingerzeig zu verstehen. In Großbritannien nimmt man die Ergebnisse zum Anlass, das öffentliche Bewusstsein für den Zusammenhang zwischen Fettleibigkeit und Krebs zu schärfen.

"Adipositas ist das neue Rauchen, eine der größten Herausforderungen unserer Generation im Bereich der öffentlichen Gesundheit", betont ein Sprecher des National Health Service England. Es erhöhe das Risiko für Krebs, Herzinfarkt und andere tödliche Krankheiten.

Präventionsexpertin Linda Bauld fordert deshalb ähnliche Maßnahmen wie beim Tabakkonsum. Hier hätten Steuern und ein Rauchverbot in öffentlichen Räumen für einen Rückgang gesorgt.

Besonders Frauen sind laut der Studie betroffen.
Besonders Frauen sind laut der Studie betroffen.