Horror! So gefährlich ist der neue Super-Tripper

London - Es ist der blanke Horror! In Großbritannien wurde jetzt der Fall eines Mannes bekannt, der sich mit einem Super-Tripper-Erreger infiziert haben soll. Bislang soll kein einziges Antibiotikum dagegen helfen.

Nach wie vor gilt: Kondome schützen!
Nach wie vor gilt: Kondome schützen!  © 123rf.com/drmicrobe/sakkmesterke

Antibiotikaresistenzen sind nichts Neues. Immer wieder ist vor allem von Keimen in Krankenhäusern die Rede, die nur schwer oder gar nicht mehr zu bekämpfen sind. Mediziner warnen schon lange vor dem medizinischen Super-GAU.

Das betrifft auch Tripper, medizinisch als Gonorrhoe bekannt. Wissenschaftler befürchten auch hier schon längst, dass auch die Bakterien namens Gonokokken irgendwann resistent gegen Antibiotika werden. Nun scheint es soweit zu sein.

Wie unter anderem "Der Spiegel" berichtet, wurde erstmals überhaupt "bei einem Mann aus England ein seit Langem gefürchteter, extrem resistenter Erreger diagnostiziert". In einer Erklärung der britischen Regierung heißt es, der Mann habe bis jetzt auf kein Medikament reagiert, das standardmäßig bei Tripper verabreicht wird. Normalerweise werden bei einem Tripper zwei verschiedene Antibiotika eingenommen, in der Regel sind das Azithromycin und Ceftriaxon.

Diagnostiziert wurde der besonders gefährliche Tripper bei dem heterosexuellen Mann bereits Anfang dieses Jahres. Wegen Beschwerden (Ausfluss, extrem starke Schmerzen beim Urinieren) hatte er sich eine Praxis für Geschlechtskrankheiten begeben.

Übertragen werden die Tripper-Bakterien beim ungeschützten Geschlechtsverkehr. Laut Bericht der Britischen Regierung habe der Mann nur mit einer Frau seit langem Sex gehabt. Das änderte sich, als er im Januar in Südostasien war und dort mit einer weiteren Frau Geschlechtsverkehr hatte. Höchstwahrscheinlich hat er sich dabei mit dem Horror-Erreger infiziert.

Im Augenblick sei völlig unklar, ob dem Mann geholfen werden kann. Falls nicht, könnte es zu einer Infektion kommen, bei der die Bakterien weitere Organe befallen. Also auch Herz oder Gehirn. In dem Fall würde es schlimmstenfalls seinen Tod bedeuten.

Die Mediziner fanden in Labortests die mögliche Wirksamkeit weiterer Mittel heraus.
Die Mediziner fanden in Labortests die mögliche Wirksamkeit weiterer Mittel heraus.  © 123rf.com/jarun011

Zuletzt haben die oben genannten Antibiotika immer häufiger versagt. Doch während Azithromycin bei vielen Patienten oft nicht mehr angeschlagen habe, soll wenigstens noch Ceftriaxon gewirkt haben.

Bei dem englischen Patienten versagte die Therapie mit beiden Mittel komplett: Die Ärzte fanden danach noch immer "Tripper-Erreger im Rachen des Patienten" ("Spiegel").

Alle Hoffnungen setzen die Mediziner jetzt auf ein drittes Antibiotikum sowie ein weiteres Mittel. In mehreren Labortests fanden sie heraus, dass der Super-Erreger darauf reagiert. Bleibt die Frage, ob diese Medikamente den Erreger bei dem Mann auch völlig ausrotten. Neue Ergebnisse sollen dazu im April vorliegen.

2017 hat die Weltgesundheitsorganisation WHO den Tripper-Erreger als einen der weltweit zehn gefährlichsten Erreger eingestuft. Eben weil die Behandlung mit wirksamen Antibiotika nicht mehr ausreichend gegeben ist.

Die frühere WHO-Generaldirektorin Margaret Chan warnte bereits 2011 eindringlich vor einem verantwortungslosen Umgang mit Antibiotika und einem "Post-Antibiotika-Zeitalter", in dem Keime nur schwer bekämpft werden und auch Geschlechtskrankheiten wieder tödlich enden können.

Bakterien und Keime entwickeln Resistenzen gegen Antibiotika, weil sie sich Veränderungen im Erbgut anpassen. Dazu entwickeln sie eine Art Schutzschild, durch den das Antibiotikum nicht mehr durchkommt. Breiten sich die resistenten Erreger aus, lässt auch die Wirksamkeit eines Antibiotikums nach.

Titelfoto: 123rf.com/drmicrobe/sakkmesterke


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