Mega-Sonnensturm bedroht Menschheit und keiner kann uns warnen

London - Forscher schlagen Alarm: Ein verheerender Sonnensturm, der die Kommunikation auf der Erde auslöschen und Stromnetze lahmlegen könnte, sei eine Bedrohung, mit der wir jederzeit rechnen müssten.

Ab 2020 soll die ESA-Sonde "Solar Orbiter" neue Daten über die Sonne liefern.
Ab 2020 soll die ESA-Sonde "Solar Orbiter" neue Daten über die Sonne liefern.  © ESA

So schreibt der britische "Telegraph", dass extreme Weltraumwetter bereits in der Vergangenheit zu massiven Störungen geführt hätten. Die Rede ist unter anderem von einem geomagnetischen Sturm im Jahr 1989, der sechs Millionen Menschen ohne Strom zurückließ.

Der größte jemals aufgezeichnete Sonnensturm, The Carrington Event 1859, habe Telegraphensysteme zerstört und sogar Papier in Büros entzündet. Dass ähnliche Katastrophen wieder passieren, ist den Wissenschaftlern zufolge nur eine Frage der Zeit.

"Wir müssen davon ausgehen, dass solche großen solaren Ereignisse sich einmal alle 100 bis 200 Jahre wiederholen. Es geht nur ums Wann, nicht ums Ob", erklärt Catherine Brunette vom britischen meteorologischen Dienst. Im Ernstfall wären die Folgen verheerend.

Satelliten würden aus ihrer Umlaufbahn geraten und womöglich auf die Erde hinabstürzen. Transformatoren würden in die Luft fliegen, Leitungen Feuer fangen. Damit fiele der Strom wochen-, vielleicht sogar monatelang aus.

Auch Funk- und Kommunikationsnetze wären gestört, sodass sich Rettungsteams und Helfer nicht koordinieren könnten. Die Folge: Chaos. Die Forscher sind überzeugt: Ein Sonnensturm wie 1859 würde die Menschheit in ihrer Entwicklung um Jahre zurückwerfen.

Um im Falle des Falles besser vorbereitet zu sein, widmet sich nun eine Mission der Europäischen Weltraum Agentur ESA der Sonne. Denn noch ist die Vorhersage eines Sonnensturms nur wenige Stunden im Voraus möglich. Das soll sich mit Hilfe der ESA-Sonde "Solar Orbiter" ändern.

Ihr Start ist für das Jahr 2020 geplant. Die Wissenschaftler hoffen, mit ihr mehr über die Beschaffenheit und Funktionsweise der Sonne zu erfahren, um künftig besser vor gefährlichen Eruptionen warnen zu können.

Titelfoto: ESA

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