Schmerzen während der Periode so stark wie Herzinfarkt

London - In Untersuchungen für eine neue Studie haben Forscher des University College London herausgefunden, dass Unterleibsschmerzen während der Menstruation so stark werden können, wie die Schmerzen bei einem Herzinfarkt.

Viele Ärzte raten zur Wärmflasche gegen die Schmerzen.
Viele Ärzte raten zur Wärmflasche gegen die Schmerzen.  © 123rf.com/overcrew

Die neuen Erkenntnisse wurden von John Guillebaud, Professor für reproduktive Gesundheit vom University College London, bestätigt.

Dass 80 Prozent aller Frauen unter Menstruationsbeschwerden (zum Beispiel Krämpfe im Unterleib, Kopfschmerzen, Mattigkeit) leiden, fand bereits die University of California in Oakland heraus.

Doch 50 Prozent von ihnen trifft es besonders schlimm: Jede zweite Frau gab an, unter so unerträglichen Schmerzen zu leiden, dass sie sich in ärztliche Behandlung begeben oder krankgeschrieben werden müssen.

Das Team aus London erforschte die Intensität dieser Schmerzen und stufte sie als so intensiv wie bei einem Herzinfarkt ein. "Bislang wurde diesen Schmerzen nicht die Bedeutung zugesprochen, die sie haben sollten. Wie andere medizinische Beschwerden sollten auch Krämpfe während der Periode weiter erforscht werden", sagte Prof. John Guillebaud dem "Telegraph".

Bislang gibt es noch zu wenige Erkenntnisse der Forschung über die Behandlung dieser Schmerzen. Ebenso wenig ist bekannt, ob sie etwas Ernsteres andeuten. "Schmerzen bei der Periode wären sicherlich mehr erforscht, wenn sie Männer betreffen würden. Im Allgemeinen wird die Gesundheit von Frauen noch zu wenig erforscht", bemängelt die Gynäkologin Dr. Imogen Shaw in "The Telegraph". Sie sagt, dass Frauen von ihrem Arzt viel zu oft mit dem Ratschlag nach Hause geschickt werden, sich eine Wärmflasche auf den Bauch zu legen.

Auf der Grundlage der neuesten Forschungsergebnisse sollen nun sanfte Behandlungsmethoden entwickelt werden. Denn bislang helfen oft nur starke Schmerztabletten oder das Durchnehmen der Pille - beides eher ungesunde Maßnahmen.

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