Nach Zeckenbiss: Menschen werden zu Vegetariern

Schwellungen und Atemnot nach Fleischgenuss seien Reaktionen auf den Biss einer Lone Star Zecke.
Schwellungen und Atemnot nach Fleischgenuss seien Reaktionen auf den Biss einer Lone Star Zecke.  © dpa/PR

USA - Zecken sind unangenehm! Zecken sind gefährlich, denn Zecken übertragen Krankheiten. Und nun noch das: Eine Art führt gar zu "Fleisch-Allergien".

2014 trat bei ca. 200 Menschen "plötzlich eine merkwürdige Erkrankung" auf. Manche Menschen reagierten seltsamerweise allergisch auf "saftige Steaks, Burger oder Roastbeef", wie damals NBC berichtete.

Die Badischen Nachrichten schreiben im März dieses Jahres nun ebenfalls vom Zusammenhang Zeckenstich-Fleischallergie und denselben Symptomen: Ein Zeckenbiss soll "gesunde Menschen über Nacht zwangsweise in Vegetarier" verwandeln. Wenige Stunden nach dem Verzehr von rotem Fleisch zeigten sie "schwerste allergische Reaktionen". Einige mussten ins Krankenhaus.

Schon 2005 beobachtete der Dermatologe Prof. Tilo Biedermann den wohl ersten Fall der seltsamen "Fleischallergie". Allerdings fanden erst Jahre später Wissenschaftler in den USA den Zusammenhang.

Was passiert durch den Zeckenbiss der Lone Star Zecke? RP online schreibt, dass man im Südwesten von Amerika die ersten Fälle beobachtet und dass diese sich immer mehr ausdehnen. Immer mehr Menschen entwickelten nach dem Fleischgenuss Allergien!

Allerdings dauert es eine Zeitlang, bis die furchtbaren Reaktionen eintreten: Erst nach drei bis sechs Stunden machen sich erste Symptome bemerkbar. Die Betroffenen hätten dadurch Atemnot oder einen Kreislaufzusammenbruch erlitten.

Immer wieder treten Fälle von "Zwangsvegetarimus" auf.
Immer wieder treten Fälle von "Zwangsvegetarimus" auf.  © DPA

Hervorgerufen werden diese Anfälle durch einen Antikörper, den der Mensch auf das Kohlenhydrat Alpha als Antwort auf den Zeckenbiss bildet.

Auslöser für die schwere Reaktion ist ein Zuckermolekül, das Zecken besitzen, aber Menschen nicht.

Dieses Molekül komme nur in tierischen Zellen vor. Dem menschlichen Körper ist es demnach derart "fremd", dass der Körper mit heftigen Symptomen reagiert wenn der Mensch tierisches Fleisch zu sich nimmt.

Forscher vermuten, dass das "Alpha-Gal-Molekül" danach erst durch die Verdauung frei gelegt werden muss und die Betroffenen aus diesem Grund zunächst keine Symptome spüren, erklärt RP online weiter.

Weil diese Reaktion erst zeitlich versetzt auftritt, wird die Diagnostik dieser Erkrankung schwer. Angeblich könnten Sport, Infektionen, Alkohol oder Aspirin die Allergie begünstigen. Oft gehe die Überempfindlichkeit gegen Fleisch auch mit einer Allergie auf Milch und Tierhaare einher.

Besonders Kinder reagieren "nach einer Fleischmahlzeit mit dem alpha-Gal-Syndrom und lebensbedrohlichen Zuständen, auf Jounal of Pediatrics berichtet wird.

Titelfoto: dpa/PR


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