Leipziger Jugend kämpft gegen Abschiebung eines Mitschülers

Muss Luan Zejneli bis zum Donnerstag tatsächlich das Land verlassen? (Symbolbild)
Muss Luan Zejneli bis zum Donnerstag tatsächlich das Land verlassen? (Symbolbild)  © DPA

Leipzig - Der 18-jährige, gut integrierte Luan Zejneli soll nach zwei Jahren in Deutschland in den Kosovo abgeschoben werden. Seine Mitschüler tun nun alles, um das zu verhindern.

Luan ist 18 Jahre alt und Schüler der 9. Klasse des Max Klinger Gymnasiums in Leipzig-Grünau. Hier hat er nach jahrelangen Unruhen und Verfolgung in seiner Heimat Freunde und ein neues Zuhause gefunden. Von Anfang an hat sich der Jugendliche gut integriert, berichtet das Portal "petition24.com".

Er spricht fließend Deutsch und schreibt gute Noten. Und trotzdem soll er mit seiner Familie in den Kosovo zurückkehren.

Anfang Februar bekam Luans Familie einen Brief von der Ausländerbehörde. Schon bis zum Donnerstag sollen sie Deutschland verlassen. Luans 16-jähriger Mitschüler Benjamin Heinsohn, der sich in den vergangenen Jahren gut mit dem 18-Jährigen angefreundet hat, versucht die Abschiebung zu verhindern und richtete eine Online-Petition ein.

"Er soll in den Kosovo zurück, doch er hat in diesem Land keine Perspektive, da er kein Haus, keine Arbeit, keine Familie, keine Chance auf Bildung und einfach keine Möglichkeiten hat ein sorgenfreies Leben zu leben", schreibt Heinsohn auf "petition24.com". "Er wird höchstwahrscheinlich auch von seinen Eltern getrennt, da seine Mutter sehr krank ist und somit toleriert wird. Ich schreibe diesen Text mit Tränen in den Augen, uns wird nicht nur irgendeine Person genommen, sondern ein Freund."

Benjamin Heinsohn gründete bereits vor einem Jahr einen Arbeitskreis für Geflüchtete. Dort geben Schüler des Max-Klinger-Gymnasiums Flüchtlingskindern einmal pro Woche Nachhilfe. Außerdem haben 22 Mitschüler des Kosovaren einen Brief an die Ausländerbehörde verfasst, in der sie um ein Bleiberecht für ihren Freund Luan bitten, schreibt die "Leipziger Internet Zeitung".

Fast 4.000 Unterschriften hat der Schüler des Max-Klinger-Gymnasiums in Grünau bereits gesammelt. Unter den Unterschriften stehen Kommentare wie "Ich unterschreibe, weil Luan in meiner Klasse ist und ein ganz netter und liebevoller Klassenkamerad und auch Freund ist." Eine Leipzigerin schreibt: "Ich konnte mich persönlich von den Zuständen im Kosovo überzeugen. Es ist grausam." Auch Stars wie Til Schweiger unterstützen die Petition und teilen den Link fleißig auf Facebook.

Im Kosovo liegt die Quote der Arbeitslosen bei etwa 35 Prozent, bei den Jugendlichen ist sie sogar doppelt so hoch. Der Sächsische Flüchtlingsrat empfiehlt Luan einen Antrag bei der Härtefallkommission, berichtet "l-iz.de". Sollte Juan so in Deutschland bleiben dürfen, schätzt seine Klassenlehrerin seine Chancen hier gut ein: "Seine schulischen Leistungen sind ausreichend, um das Klassenziel der Klasse 9 zu erreichen. Er macht ständig Fortschritte und setzt alle Kraft dafür ein, hier in Deutschland einen guten Schul- und Ausbildungsabschluss zu erreichen. Wir sind der festen Überzeugung, dass er die Chance dazu verdient hat."

Luan ist überwältigt von so viel Solidarität: "Es ist unglaublich, wie viele Leute mich unterstützen. Sie sind so hilfsbereit und machen alles für mich. Das werde ich nie vergessen."


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