Unglaublich, was ein Passagier vor dem Abflug ins Triebwerk wirft

China - Den rechten Socken zuerst anziehen, die Trinkflasche immer an den gleichen Platz stellen, oder dreimal über die Schulter spucken: es gibt viele Rituale, die angeblich Glück bringen sollen.

Jede Menge Personal musste nach dem Vorfall das Triebwerk gründlich prüfen.
Jede Menge Personal musste nach dem Vorfall das Triebwerk gründlich prüfen.  © Screenshot/Twitter/havarenamedya

Ob es an dem Namen "Lucky Air" lag, dass ein Mann in China jetzt auf eine besonders kuriose, aber auch reichlich dumme Idee kam?

Der 28 Jahre alte Lu wollte mit der chinesischen Airline am 17. Februar von Anqing nach Yunnan fliegen. Er wurde mit allen anderen Passagieren per Bus zur Maschine gefahren und begab sich auf den Weg zum Flugzeug.

Mit seiner Frau und dem einjährigen Kind unterwegs, tat er dann etwas, was für ein schönes Chaos sorgte und vor allem viel Geld kostete: er warf mehrere 1 "Yuan"-Münzen in eines der Triebwerke. Das soll angeblich Glück bringen.

Noch vor dem Start wurden die Münzen am Boden entdeckt, daraufhin das Triebwerk auseinandergenommen, um nach weiteren Geldstücken zu suchen und der Flug schließlich gestrichen, wie Daily Mail berichtet. Die Passagiere mussten am nächsten Tag mit einem anderen Flieger an den Zielort gebracht werden.

"Der Vorfall hat uns einen direkten wirtschaftlichen Verlust von 140.000 Yuan (rund 18.000 Euro, Anm. d. Red.) beschert. Unser Unternehmen wird den Passagier mit allen rechtlichen Möglichkeiten dafür zur Verantwortung ziehen", sagte ein Sprecher der Airline in einer offiziellen Mitteilung.

Diese Münzen hatte der Man vor dem Abflug ins Triebwerk geworfen.
Diese Münzen hatte der Man vor dem Abflug ins Triebwerk geworfen.  © Screenshot/Twitter/havarenamedya

Lu wurde von der Polizei festgenommen und sieben Tage in Gewahrsam gehalten. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn die Münzen unbemerkt im Triebwerk gelandet wären.

"Das Triebwerk könnte anfangen zu stottern, Geschwindigkeit verlieren und mitten in der Luft stehen bleiben, wenn die Münzen vom Zentrum aufgesaugt werden würden. Das würde für alle Passagiere an Bord natürlich eine große Gefahr darstellen", erklärte ein Professor der Zivilen Luftfahrt der Universität von China bei China Daily.

Ob Lu sich etwa diese Idee bei zwei Vorgängerinnen abgeschaut hat? Es war nämlich nicht das erste Mal, dass jemand dieses "Glücksritual" an einem Flieger praktizierte.

Schon im Juni 2017 hatte eine 80 Jahre alte Frau vor dem Flughafen mit China Southern Airlines Münzen ins Triebwerk geworfen, für eine fünfstündige Verspätung gesorgt. Ihr Glück: sie wurde offenbar aufgrund ihres Alters für nicht ganz zurechnungsfähig eingestuft und nicht bestraft.

Wenige Monate später warf eine 76 Jahre alte Frau Münzen ins Triebwerk einer "Lucky Air"-Maschine. Sie wurde zwar kurzzeitig in Gewahrsam genommen, kam aber ohne Strafe davon. Lu dürfte es nun härter treffen.


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