Experte verrät: Das zeichnet einen guten Christstollen aus

Auch auf den Geruch kommt es an: Prüfer Manfred Stiefel (vorne) bei der Arbeit.
Auch auf den Geruch kommt es an: Prüfer Manfred Stiefel (vorne) bei der Arbeit.  © Andreas Rosar

Ludwigsburg - Weihnachtszeit: Das ist auch die Zeit von leckerem Gebäck. Etwa Lebkuchen, Plätzchen oder Christstollen.

Doch gerade beim Thema Stollen gibt's einiges zu beachten. Wir haben darum mal jemanden gefragt, der sich bestens damit auskennt: Stollenprüfer Manfred Stiefel. Er ist einer von drei sogenannten Brotprüfern beim Deutschen Brotinstitut.

Der gebürtige Berliner fährt quer durch Süddeutschland, testet Brot und Brötchen der Bäcker - und zeichnet sie aus. Aber ab Ende Oktober/Anfang November dreht sich für ihn alles um Christstollen. Dann nimmt er nämlich die unter die Lupe.

Am Wochenende war er in Ludwigsburg nahe Stuttgart, um über 20 Stollen zu testen. Gegenüber TAG24 gewährt Fachmann Stiefel Einblicke in die Welt des Christstollens.

Worauf kommt es für Sie beim Prüfen eines Stollens an?

"Das Prüfungsschema ist vorgegeben", erklärt Stiefel. Zunächst mal interessiere das Äußere, also Form und Aussehen. "Dann geht's um die Kruste. Die darf nicht zu hell, aber auch nicht zu dunkel sein." Als drittes schaut er sich die inneren Werte an: Verteilung der Früchte im Stollen oder anderer Füllungen, etwa Nüsse. Dann testet er die Elastizität des Stollens und die Struktur ("Nicht zu fest, nicht zu locker!") und schließlich Geruch und Geschmack.

Was zeichnet einen guten Stollen aus und was kostet er?

"Ganz klar: Ein guter Stollen braucht gute Zutaten", so Stiefel. "Und die kosten halt etwas." Denn qualitativ hochwertige Butter, Mandeln, Trockenfrüchte und Gewürze seien ein Muss. "Mit einem Kilopreis von 15 Euro muss man schon rechnen." Allzu billige Christstollen sieht er skeptisch.

Wie gut sind Christstollen aus dem Supermarkt?

Begeistert ist der Fachmann von der Supermarktware nicht unbedingt, äußert sich aber salomonisch: "Das müssen die Kunden selbst entscheiden. Vielleicht, indem sie einen Stollen vom Bäcker versuchen und den mit einem aus dem Supermarkt vergleichen." Doch mit Blick auf den Preis und die Qualität der Zutaten fügt er an: "Im Zweifelsfall lieber etwas mehr Geld ausgeben."

Übrigens: Insgesamt gibt es zwischen 150 und 200 Stollenarten. Da dürfte für wirklich jeden Geschmack etwas dabei sein.

Im Namen des Gebäcks unterwegs: Stollen-Experte Manfred Stiefel mit der baden-württembergischen Brezelprinzessin Elisabeth Fleckenstein bei der Prüfung in Ludwigsburg.
Im Namen des Gebäcks unterwegs: Stollen-Experte Manfred Stiefel mit der baden-württembergischen Brezelprinzessin Elisabeth Fleckenstein bei der Prüfung in Ludwigsburg.  © Andreas Rosar

WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0