Tatort-Kommissar wurde einfach rausgestrichen...

Mario Kopper (57, Andreas Hoppe) will einen Freund beschützen.
Mario Kopper (57, Andreas Hoppe) will einen Freund beschützen.  © SWR/Roland Suso Richter

Ludwigshafen - Erst ist die Freude groß, als Mario Kopper (Andreas Hoppe, 57) seinen sizilianischen Jugendfreund Sandro (Michele Cuciuffo, 46) zufällig auf der Straße trifft.

Als die beiden in einer Kneipe ihr Wiedersehen feiern, wird Sandro angegriffen, Kopper schießt einen Mann nieder.

Jetzt kommt heraus: Sandro hatte sich mit der Stidda eingelassen, einem neuen Zweig der italienischen Mafia, der in illegale Müllgeschäfte verwickelt ist. Nun will er als Kronzeuge auspacken - aber nur, wenn Kopper ihn ins Zeugenschutzprogramm bringt.

Kollegin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts, 56) untersucht derweil einen anderen Fall: In der JVA hat sich ein Mafia-Zeuge umgebracht, bevor er nach Italien überführt werden konnte.

Kopper und Sandro könnten helfen, aber die sind untergetaucht und die Killer schon auf dem Weg...

Lohnt sich der "letzte" Tatort?

Kann es sein, dass Mario Kopper (Andreas Hoppe) ihr etwas Wichtiges verschweigt? Lena Odenthal (56, Ulrike Folkerts) versucht Kopper zum Reden zu bringen.
Kann es sein, dass Mario Kopper (Andreas Hoppe) ihr etwas Wichtiges verschweigt? Lena Odenthal (56, Ulrike Folkerts) versucht Kopper zum Reden zu bringen.  © SWR/Roland Suso Richter

Durchaus, aber das liegt nicht daran, dass Andreas Hoppe im "Tatort: Kopper" nach 21 Jahren seinen letzten Auftritt als Kopper absolviert.

Hoppe hatte zuletzt über schwache Drehbücher geklagt, in denen seine Figur kaum noch etwas zu tun hatte.

Nun darf er zwar vor Kollegin Lena die erste Geige spielen, seiner Figur ringt er trotzdem keine neue Facetten ab. Sein Arrivederci dürfte also nur hartgesottenen Kopper-Fans schwerfallen - so es die gibt.

Dass der Film dennoch lohnt, liegt an der atmosphärischen Inszenierung von Regisseur Roland Suso Richter. Der erfahrene Genre-Handwerker ("14 Tage lebenslänglich", "Dresden") orientiert sich für seinen Mafia-Thriller am Poliziottesco, dem typsch italienischen Polizeifilm der 70er-Jahre.

So gelingt eine spannende, straff erzählte Geschichte auch ohne viel Action-Gedöns. Hoppe alias Kopper gehörte seit 1996 zum Ludwigshafen-Tatort. Der Abschied ist furios, wenngleich mehr Gangsterfilm als Krimi.

Übrigens, dass es nicht weitergeht, "war eine Entscheidung des Senders", verriet Andreas Hoppe der Bild. Aber: "Ich glaube, ich hätte auch bald die Reißleine gezogen." Der 57-Jährige war mit der Qualität der Drehbücher nicht mehr zufrieden. Auf seine Verbesserungsvorschläge und die seiner TV-Partnerin Ulrike Folkerts seien die "Tatort"-Verantwortlichen nicht eingegangen.

So wurde Kopper aus dem Drehbuch gestrichen. Ob er den Fans fehlen wird?

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