Experimente an Menschen: Wasserleiche führt Ulrike Folkerts auf "gottlose" Spur

Ludwigshafen - Im 69. Fall von "Tatort"-Kommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts, 58) dreht sich Sonntagabend 20.15 Uhr im Ersten alles um Tuning - sowohl das von Autos als auch das von Menschen.

Der Fall ist kompliziert. Statt des Vermissten taucht im Rhein die Leiche einer Ärztin auf.
Der Fall ist kompliziert. Statt des Vermissten taucht im Rhein die Leiche einer Ärztin auf.  © SWR/Sabine Hackenberg

Zunächst wird aber am Ludwigshafener Rheinufer ein verlassener Rollstuhl gefunden. Alles deutet auf den Suizid eines Querschnittsgelähmten hin.

Statt des Vermissten taucht im Rhein die Leiche einer ermordeten Ärztin auf. Die Ermittlungen führen die dienstälteste "Tatort"-Kommissarin und ihre Kollegin Johanna Stern (Lisa Bitter, 35) immer tiefer in die unschöne neue Welt der Gehirnforschung.

Professor Bordauer (Sebastian Bezzel, 48), dessen Praxis Verbindungen zur ermordeten Ärztin und dem vermissten Rollstuhlfahrer aufweist, implantiert Menschen nämlich kleine Chips ins Gehirn. Der Forscher will damit Pädophile "umpolen", Alzheimer heilen und Gelähmte wieder gehen lassen.

Doch Bordauer ist knallhart. Menschlich ist an ihm nur die Hülle. Der "Tatort"-Titel "Maleficius", abgeleitet vom lateinischen Wort "maleficus" (deutsch: "gottlos") könnte deshalb nicht passender gewählt sein.

Lohnt sich das Einschalten?

Professor Bordauer (Sebastian Bezzel, 48) zeigt Kommissarin Odenthal (Ulrike Folkerts, 58), was mit moderner Technik alles möglich ist.
Professor Bordauer (Sebastian Bezzel, 48) zeigt Kommissarin Odenthal (Ulrike Folkerts, 58), was mit moderner Technik alles möglich ist.  © SWR/Sabine Hackenberg

Ja und Nein. Die Frage ist vielmehr: Warum schaltet man ein? Möchte man einfach unterhalten werden, gestaltet sich dieser "Tatort" vor allem zu Anfang eher zäh.

Die vielen Szenenwechsel und Handlungsstränge erschweren den Einstieg in den Krimi etwas und ergeben erst nach einer knappen halben Stunde mehr Sinn. Hält man so lange durch, wird man mit einer durchdachten Geschichte belohnt.

Schaltet man dagegen ein, um Denkanstöße über die Folge hinaus zu erhalten, dann ist "Maleficius" definitiv empfehlenswert. Die Folge hat sich nichts weniger vorgenommen, als die hochaktuelle Frage aufzuwerfen, ab wann moderne Medizin und technischer Fortschritt schaden. Was darf Medizin? Ab wann entfernt sie sich vom Wohl des Menschen?

Verstärkt wird dies durch eine steril-weiße Klinik inklusive spinnenartiger Operationsroboter, die nicht so recht in die sie umgebende reale Alltagswelt passen will.

Die Zukunftsperspektive der Folge ist dementsprechend eher düster. Oder wie es Regisseur Tom Bohn ausdrückt: "Es ist eine Warnung davor, dass gewisse Technologien, wenn sie verwandt werden, in die falschen Hände geraten können."

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