Feuerwehrleute in Lebensgefahr: Munitionsreste explodieren bei Brand

Groß Laasch - Mehrere Explosionen von Munitionsresten aus dem Zweiten Weltkrieg haben die Löscharbeiten bei einem Waldbrand unweit von Ludwigslust erschwert.

Mehrere Hektar Wald sind in bei Ludwigslust in Brand geraten.
Mehrere Hektar Wald sind in bei Ludwigslust in Brand geraten.  © dpa/Ralf Drefin

Der Einsatzleiter habe die rund 60 Feuerwehrleute aus zehn Wehren zurückziehen müssen, um ihr Leben nicht zu gefährden, sagte ein Sprecher der Kreisverwaltung Ludwigslust-Parchim am Donnerstag.

Sie müssten einen Sicherheitsabstand von 1000 Metern zum Brandgeschehen einhalten und könnten lediglich versuchen, eine weitere Ausdehnung der Flammen zu verhindern.

Das Feuer war am Mittwochabend bei Groß Laasch aus noch ungeklärter Ursache auf einem abgeernteten Feld ausgebrochen und griff dann auf etwa 20 Hektar Kiefernwald über. Insgesamt seien rund 25 Hektar Feld und Wald betroffen.

Der Landkreis hat beim Innenministerium einen Hubschrauber zur Brandbekämpfung aus der Luft angefordert. Ein Bundeswehrhubschrauber mit einem Fassungsvermögen von 5000 Liter Wasser sollte am Nachmittag seinen Löscheinsatz vom Flugplatz Neustadt-Glewe aus beginnen, teilte der Kreissprecher mit.

Landwirte hätten auf den umliegenden Feldern Brandschneisen gezogen, um ein weiteres Ausbreiten der Flammen zu verhindern. Im Wald sei das wegen der Explosionsgefahr nicht möglich.

Wegen der starken Rauchentwicklung erweiterte die Polizei die Straßensperrungen. Die A14 wurde am Nachmittag zwischen der Anschlussstelle Grabow und dem Kreuz Schwerin komplett gesperrt.

Neben der Kreisstraße 38 bei Groß Laasch wurde auch die Landesstraße 73 zwischen Ludwigslust und Neustadt-Glewe auf unbestimmte Zeit in beide Richtungen gesperrt.

Einsatzleiter Uwe Pulss forderte dazu auf, Fahrten in das Brandgebiet zu unterlassen. Bereits am Mittwoch hätten zahlreiche Schaulustige die Arbeit der Feuerwehr behindert und sich zudem Gefahren durch mögliche Explosionen, Feuer- und Rauchentwicklung ausgesetzt.

Die Munition in den Wäldern stammt von der deutschen Wehrmacht, die sich 1945 auf der Flucht vor der Roten Armee ihrer Waffen und Munition entledigte.

In den Wäldern der Region lagern nach Angaben des Munitionsbergungsdienstes noch überall solche Hinterlassenschaften.

Update 16.04 Uhr: Nach Informationen von Nonstopnews Müritz hat der Landkreis inzwischen Katastrophenalarm ausgerufen.

Update 16.29 Uhr: Weder Feuerwehr noch Polizei können die Ausrufung des Katastrophenalarms bestätigen. Es scheint sich also um eine Falschinformation zu handeln.

Update 17.36 Uhr: Der angeforderte Bundeswehrhubschrauber leistet inzwischen Amtshilfe und beteiligte sich an den Löscharbeiten, wie ein Sprecher des Innenministeriums mitteilte. Zudem kündigte Innenminister Lorenz Caffier (CDU) an, sich vor Ort ein Bild der Lage machen zu wollen.

Allein am Mittwoch kam es nach Angaben des Ministeriums im Land zu rund 50 Bränden, bei denen mehrere Hektar Feld- und Waldfläche in Flammen standen.

Rauch zieht über ein brennendes Waldgebiet bei Ludwigslust.
Rauch zieht über ein brennendes Waldgebiet bei Ludwigslust.  © dpa/Ralf Drefin

Titelfoto: dpa/Ralf Drefin


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