Bösartigen Tumor nicht entdeckt: Nach Tod von Patientin muss Ärztin blechen

Lübbecke - 40.000 Euro Schmerzensgeld muss eine Gynäkologin aus Lübbecke den Kindern einer verstorbenen Krebspatientin bezahlen. Das hat nun das Oberlandesgericht in Hamm entschieden.

Auch das Oberlandesgericht in Hamm entschied zu Gunsten der Verstorbenen.
Auch das Oberlandesgericht in Hamm entschied zu Gunsten der Verstorbenen.  © DPA

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die Medizinerin dem Verdacht einer Brustkrebserkrankung nicht richtig nachgegangen sei.

Bereits im März 2009 kam die damals 41-jährige Olga B. in die Praxis von der angeklagten Gynäkologin, da sie unter schweren Schmerzen litt.

Die Ärztin ertastete in der rechten Brust eine etwa 15 Millimeter dicke Verhärtung, die sie später als "Tumor mit nicht eindeutigen Bösartigkeitskriterien" diagnostizierte.

Daraufhin überwies sie die Patientin zum Röntgen in eine, radiologische Praxis. Der Arzt vor Ort bewertete den Tumor allerdings nicht als bösartig und entließ Olga B. wieder.

Daraufhin ging sie zu einem neuen Gynäkologen, weil die Schmerzen nicht nachließen. Dieser entnahm eine Gewebeprobe und stellte fest, dass es sich um einen sechs mal drei Zentimeter großen und schnell wachsenden bösartigen Tumor handelte. Schließlich verklagte die 41-Jährige die Medizinerin, weil diese den Tumor nicht richtig diagnostiziert hatte.

Sowohl das Landgericht in Bielefeld als auch in zweiter Instanz das Oberlandesgericht in Hamm entschieden zu Gunsten der Klägerin.

Allerdings erlebte sie die beiden Urteile nicht mehr, da sie 2013 an Krebs starb. Weil ein Jahr später auch ihr Mann starb, wurde die Klage für die beiden Kinder weitergeführt.

Die Medizinerin behauptete, dass der Tumor ist den Brust nicht bösartig sei und lag damit falsch. (Symbolbild)
Die Medizinerin behauptete, dass der Tumor ist den Brust nicht bösartig sei und lag damit falsch. (Symbolbild)  © 123RF

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