FC St. Pauli mit viel Dusel! Sieg im Elfmeterschießen beim VfB Lübeck

Lübeck - Glück gehabt! Der FC St. Pauli ist mit einem blauen Auge davon gekommen und steht nach einem 7:6-Sieg nach Elfmeterschießen in der zweiten DFB-Pokalrunde. Dabei lagen sie bei Viertligist VfB Lübeck bereits mit 0:2 hinten. Nach Toren von Yannick Deichmann und Marvin Thiel lag der Underdog bereits klar vorne, doch Waldemar Sobota, Dimitrios Diamantakos und Marvn Knoll drehten die Partie für den Favoriten, Ahmet Arslan erzielte in der 116. Minute noch den Ausgleich.

Die Lübecker jubeln geschlossen über ihren Führungstreffer vor der Ersatzbank.
Die Lübecker jubeln geschlossen über ihren Führungstreffer vor der Ersatzbank.  © Axel Heimken/dpa

St.-Pauli-Trainer Jos Luhukay würfelte seine Mannschaft im Vergleich zur 1:3-Niederlage in der zweiten Liga gegen die SpVgg Greuther Fürth durch.

Für den verletzten Kapitän Christopher Avevor rückte Marc Hornschuh in die Innenverteidigung.

Zudem schickte der Niederländer Christopher Buchtmann, Waldemar Sobota und mit Viktor Gyökeres erstmals einen Neuzugang von Beginn an auf den Platz.

Dafür nahmen Jakub Bednarczyk, Jan-Philipp Kalla und Niklas Hoffmann auf der Bank Platz.

Von Beginn wurde an der Lübecker Lohmühle klar, dass die Hausherren den Kiekickern, die erstmals in der Saison im 3-5-2 agierten, nichts schenken würden.

Während die ersten Angriffsversuche des Favoriten glücklos blieben, schlug der Underdog aus der vierten Liga in der neunten Minute eiskalt zu.

Nach einem schnell ausgeführten Einwurf steckte Marvin Thiel auf Ahmet Metin Arslan durch, der vor St.-Pauli-Keeper zurück auf Yannick Deichmann legte, sodass der Zehner den Ball nur noch ins Tor schieben musste.

St. Paulis Abwehrspieler Marc Hornschuh bringt Lübecks Angreifer Patrick Hobsch zu Fall.
St. Paulis Abwehrspieler Marc Hornschuh bringt Lübecks Angreifer Patrick Hobsch zu Fall.  © Axel Heimken/dpa

Die Lohmühle stand Kopf, St. Pauli war sichtlich geschockt. Sämtliche Offensiv-Aktionen verliefen im Sande, es fehlte an Durchschlagskraft und Durchsetzungsvermögen.

Stattdessen hätten die Gastgeber fast nachgelegt. Nach einer Flanke von Dennis Hoins setzte sich Deichmann im Duell mit Christian Conteh durch, doch sein Kopfball strich knapp am Pfosten vorbei.

Bis zur Halbzeit lief bei den favorisierten Kiezkickern nicht mehr viel zusammen. Außer einem Freistoß von Mats Möller-Daehli hatte der FC St. Pauli nichts zu bieten.

Zudem blieb nach einer guten halben Stunde die Pfeife von Schiedsrichter Frank Willenborg stumm, als Conteh im Strafraum zu Fall gebracht worden war. Doch die Spieler des FC St. Pauli beschwerten sich auch nur zaghaft.

Bis dahin war es eine peinliche Leistung des Zweitligisten. Die Lübecker hatten sich die Führung mit einer engagierten und mutigen Leistung mehr als verdient.

Und es wurde aus Sicht der Hamburger nicht besser. Der Anfangsschwung der zweiten Halbzeit verpufft nach 55 Minuten, als die Lübecker erneut zuschlugen.

Nach einer dürften Klärungsaktion von Marvin Knoll legte Lübecks Arslan auf Thiel ab. Der noch einige Meter Richtung Tor zog und dann zum 2:0 vollendete. Bitter für die Kiezkicker: Verteidiger Hornschuh fälschte unhaltbar für Robin Himmelmann ab.

St. Paulis Trainer stand mit ernster Miene am Spielfeldrand. Mit der Leistung seiner Mannschaft war er nicht zufrieden.
St. Paulis Trainer stand mit ernster Miene am Spielfeldrand. Mit der Leistung seiner Mannschaft war er nicht zufrieden.  © Axel Heimken/dpa

Unmittelbar mit dem Treffer reagierte St.-Pauli-Trainer Luhukay und brachte Kevin Lankford für den wirkungslosen Gyökeres.

Das Spiel der Kiezkicker wurde zwar nicht besser, dennoch stand es plötzlich nur noch 1:2.

Durch Zufall kam Sobota in der 63. Minute rund 18 Meter vor dem Tor an den Ball und erzielte den Anschlusstreffer.

Und der Treffer zeigte auf beiden Seiten Wirkung. Nur drei Minuten später fiel der Ausgleich. Nach einer abgewehrten Ecke flankte Möller-Daehli auf Dimitrios Diamantakos und der Stürmer nickte aus kurzer Distanz zum 2:2 ein. Das Spiel begann von vorne.

Nach einer Arie von Wechseln auf beiden Seiten herrschte vor allem bei St. Pauli noch Klärungsbedarf. So richtig wussten die Spieler auf dem Platz nicht, was Trainer Luhukay da wollte.

Und so kamen die Lübecker nach 80 Minuten mal wieder vor das gegnerische Tor, doch der Schuss des eingewechselten Coimbra Fernandes war zu unplatziert.

Kurz vor Spielende geriet Schiedsrichter Willenborg in den Mittelpunkt, als er in zwei Fällen gegen den VfB Lübeck entschied und auf einen Elfmeterpfiff verzichtete. Die Lohmühle kochte. Im ersten Fall gegen Sven Mende entschied er auf Stürmerfoul, im zweiten zurecht auf Schwalbe von Florian Riedel.

Und als sich alle schon mit der Verlängerung abgefunden hatten, legte Mende auf Hoins ab, doch Möller-Daehli grätschte noch dazwischen und entschärfte den Schuss. Anschließend war Schluss und es gab noch einmal 30 Minuten obendrauf.

Die Spieler des FC St. Pauli jubeln über den Treffer zum 3:2 von Marvin Knoll.
Die Spieler des FC St. Pauli jubeln über den Treffer zum 3:2 von Marvin Knoll.  © Axel Heimken/dpa

In der Nachspielzeit übernahm der FC St. Pauli gleich wieder die Kontrolle. Nach einem Doppelpass mit Lankford wehrten die Lübecker einen Schuss von Diamantakos zur Ecke ab.

Doch daraus resultierte der 3:2-Treffer der Kiezkicker. Der eingewechselte Cenk Sahin fand in der Mitte den völlig blank stehenden Knoll. Die Partie war gedreht, der Favorit führte.

St. Pauli versuchte die Partie clever über die Bühne zu bringen, doch die Lübecker gaben nicht auf und drängten auf den Ausgleich.

Und der fiel auch noch! In der 116. Minute erzielte Arslan den Ausgleich.

Zu allem Überfluss sah Diamantakos wegen Nachtretens in der 119. Minute die rote Karte.

Somit ging es ins Elfmeterschießen. Während Sobota traf, wurde Arslan zum tragischen Helden und verschoss gleich zu Beginn.

Doch auch Niklas Hoffmann zeigte bei den Kiezkickern Nerven und scheiterte an Keeper Raeder. Am Ende versagten Coimbra Fernandes die Nerven und Robin Himmelmann wurde für die Kiezkicker zum Helden.

Für die kommende Partie beim Aufstiegsfavoriten VfB Stuttgart muss eine deutliche Leistungssteigerung her, sonst könnte das ganz böse enden.

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