Aus Geldgier: Mutter zwang ihre Kinder, im Rollstuhl zu sitzen

Lübeck – Nicht vorhandene Krankheitssymptome und gefälschte Arztberichte - sechs Jahre lang soll eine Mutter ihre Kinder schwer krank geredet haben, um widerrechtlich Sozialleistungen zu erschleichen. Jetzt steht sie vor Gericht!

Die vierfache Mutter ist wegen Misshandlung angeklagt.
Die vierfache Mutter ist wegen Misshandlung angeklagt.  © dpa/Rainer Jensen

Mit Verzögerungen hat am Montag vor dem Lübecker Landgericht der Prozess gegen die 49-Jährige begonnen, die ihren Kindern aus Geldgier diverse schwere Krankheiten angedichtet haben soll.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihr Misshandlung von Schutzbefohlenen und gewerbsmäßigen Betrug vor. Nach Verlesung der Anklage wurde die Verhandlung zunächst unterbrochen, weil das Gericht zunächst über einen Befangenheitsantrag der Angeklagten gegen die Vorsitzende Richterin entscheiden musste.

Laut Anklage soll die 49-Jährige von 2010 bis 2016 ihre schulpflichtigen Kinder gegenüber Ärzten und Behörden als schwer krank dargestellt haben, um rund 140.000 Euro an Sozialleistungen zu erhalten. Dazu soll sie unter anderem Arztberichte gefälscht und gegenüber Ärzten falsche Symptome geschildert haben.

Ihren Kindern soll sie eingeredet haben, ihnen drohe unter anderem eine Querschnittlähmung, wenn sie nicht - wie von ihrer Mutter verlangt - den Tag weitgehend im Rollstuhl verbringen würden.

Der Prozess beginnt vor dem Lübecker Landgericht.
Der Prozess beginnt vor dem Lübecker Landgericht.  © dpa/Rainer Jensen

Titelfoto: dpa/Rainer Jensen

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