Er schlug immer sonntags zu: Vergewaltiger verurteilt

Lübeck - Mit gesenktem Kopf verfolgte der Angeklagte die vier Verhandlungstage. Mit gesenktem Kopf hörte sich der 30-Jährige am Donnerstag auch das Urteil an.

Ein 30-Jähriger wurde vor dem Lübecker Landgericht zu einer Haftstrafe von acht Jahren und drei Monaten verurteilt.
Ein 30-Jähriger wurde vor dem Lübecker Landgericht zu einer Haftstrafe von acht Jahren und drei Monaten verurteilt.  © DPA

Wegen Vergewaltigung und versuchter Vergewaltigung in insgesamt vier Fällen verurteilte ihn das Lübecker Landgericht zu einer Haftstrafe von acht Jahren und drei Monaten.

Zu Prozessbeginn hatte der Angeklagte gestanden, im Sommer 2018 zwei Frauen vergewaltigt und es bei zwei weiteren Frauen versucht zu haben. Er schlug dabei immer sonntags zu.

"Für jedes Opfer war die Tat eine persönliche Katastrohe", sagte Richterin Helga von Lukowicz.

Mit seinem Geständnis habe der Angeklagte seinen Opfern nicht nur quälende Befragungen vor Gericht erspart, sondern auch Details preisgegeben, die für die Strafzumessung wichtig waren, sagte die Richterin. Nach seiner Festnahme hatte er die Taten noch monatelang abgestritten.

Die Frauen hatten vor Gericht berichtet, dass sie auch Monate nach der Tat noch mit psychischen Problemen zu kämpfen hätten. "Ich war fünf Wochen lang nicht arbeitsfähig und konnte meine Wohnung nur in Begleitung verlassen", hatte sein erstes Opfer, eine 24 Jahre alte Auszubildende, ausgesagt.

Der Prozess fand vor dem Lübecker Landgericht statt.
Der Prozess fand vor dem Lübecker Landgericht statt.  © DPA

Der 30-Jährige hatte sie am frühen Morgen des 13. Mai 2018 dreimal unter den Arkaden der Lübecker Marienkirche vergewaltigt. Zuvor hatte er sie mehrfach mit dem Kopf auf den Boden geschlagen, um ihre Gegenwehr zu brechen.

Auch bei seinen anderen Opfern war der Angeklagte sehr brutal vorgegangen. Eine 17-Jährige zerrte er in einer Grünanlage in ein Gebüsch, um sich an ihr zu vergehen. Eine 23-Jährige entging nur deshalb einer Vergewaltigung, weil sie sich heftig wehrte und den Angeklagten würgte, bis er sie los ließ.

Auch sein viertes Opfer, eine 31 Jahre alte Studentin wehrte sich aus Leibeskräften, kratzte und biss den Angeklagten. Dadurch entging sie einer Vergewaltigung, wurde aber erheblich verletzt.

Mit dem Urteil folgte das Gericht im Wesentlichen dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Der Verteidiger des 30-Jährigen hatte sechseinhalb Jahre Haft beantragt, wollte sich am Donnerstag noch nicht zu einem möglichen Rechtsmittelverzicht äußern.

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