Kindesmissbrauch auf Campingplatz: Begann der Horror schon vor 28 Jahren?

Lüdge – Der mutmaßliche Haupttäter im Missbrauchsskandal von Lügde, Andreas V., soll bereits vor 28 Jahren ein Kind auf dem Campingplatz Eichwald sexuell missbraucht haben.

 Die Hütte des Hauptverdächtigen ist nun abgerissen worden.
Die Hütte des Hauptverdächtigen ist nun abgerissen worden.

Das schildert die heute 39-jährige Michaela V. in einem Interview, das am Dienstag, den 5. März um 21 Uhr in der Sendung "Frontal 21" auf ZDF ausstrahlt wird.

"Andreas V. hat mich im Alter von elf Jahren mehrfach sexuell missbraucht", erzählt die 39-Jährige, deren Familie in den neunziger Jahren einen Wohnwagen auf dem Campingplatz hatte.

Das Vertrauen des kleinen Mädchens habe sich Andreas V. zunächst mit Süßigkeiten und Attraktionen erschlichen. "Danach hat er mich bei Übernachtungen nach Grillpartys mehrfach unsittlich berührt", berichtet das mutmaßliche Opfer.

Nach eigenen Angabe habe sich Michaela V. damals an ihren Vater gewandt, der ihr aber nicht glaubte.

Bis vor kurzem sei ihr Vater sogar noch ein enger Freund des Tatverdächtigen gewesen. Auch ihre Mutter habe sich nicht mit einer Anzeige des Bekannten durchsetzen können.

Jugendamt will nichts vom Missbrauch gewusst haben

Ist das erste Kind bereits im Jahr 1990 Andreas V. zum Opfer gefallen?
Ist das erste Kind bereits im Jahr 1990 Andreas V. zum Opfer gefallen?

Das Jugendamt des Kreises Lippe erklärte gegenüber "Frontal 21", bis Ende 2016 nichts über sexuellen Missbrauch auf dem Campingplatz informiert gewesen zu sein.

Ebenso bestreitet die Behörde, vom Verdacht gegen Andreas V. gewusst zu haben.

Das widerspricht jedoch der Aussage der Polizei, das Jugendamt Mitte 2016 nach dem Hinweis eines Vaters und einer Jobcenter-Mitarbeiterin informiert zu haben.

Update 18.44 Uhr: Erneut Durchsuchungen nach massenhaftem Kindesmissbrauchs

Ermittler haben bei weiteren Durchsuchungen erneut Gegenstände gefunden. Insgesamt seien am Montag und Dienstag drei Objekte durchsucht worden, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei mit.

Darunter sei eine Wohnung des 56 Jahre alten Hauptverdächtigen, in die der Mann auf Wunsch des Jugendamtes bald umziehen sollte. Zudem wurde ein weiterer Wohnwagen auf dem Campingplatz, auf dem sich der jahrelange Missbrauch abgespielt haben soll, durchsucht.

Seit 2008 waren den bisherigen Erkenntnissen zufolge auf dem Campingplatz an der Landesgrenze zu Niedersachsen mindestens 31 Kinder im Alter von 4 bis 13 Jahren in mehr als 1000 Fällen Opfer sexuellen Missbrauchs geworden.

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