Missbrauch auf Campingplatz: Kinderpornos bei Polizist gefunden!

Gütersloh/Detmold – Im Fall um den massenhaften Kindesmissbrauch auf einem Campingplatz in Lüdge ist ein Polizist ins Visier der Sonderermittler geraten, der bereits wegen Kinderpornografie vorbestraft ist.

Die Polizei Lippe hat durch die Ermittlungsfehler für einen Polizeiskandal gesorgt.
Die Polizei Lippe hat durch die Ermittlungsfehler für einen Polizeiskandal gesorgt.  © DPA

Es soll sich um einen Gütersloher Beamten handeln, auf dessen Laptop seine Kollegen im Frühjahr 2011 mehrere Dateien mit Kinderpornos fanden.

Bei der anschließenden Durchsuchung seiner Wohnung stießen die Ermittler auf mehr als 3.000 Fotos mit kinderpornografischen Inhalten.

Im Juni 2012 verurteilte das Amtsgericht Bielefeld den Polizeikommissar zu einer Geldstrafe von 3.200 Euro. Auch wenn der Beamte damit rechtlich nicht vorbestraft ist, wurde er vom Dienst in Gütersloh degradiert und nach Lippe versetzt.

Laut NRW-Innenministerium ist der vorbestrafte Polizist bei der Polizei Lippe weiter im Dienst, jedoch nicht in die Ermittlungen zum Missbrauchsfall in Lügde eingebunden.

Der Anwalt der Opfer, Peter Wüller, erklärte gegenüber der Neuen Westfälischen, dass der Polizist in Detmold jedoch genau in dem Gebäude tätig war, in dem auch die Ermittlungen zu den Missbrauchsfällen stattgefunden haben.

Polizist hatte Zugriff auf verschwundene Beweismittel

Auf dem Campingplatz in Lüdge haben Polizeibeamte der Spurensicherung unter anderem einen Monitor sichergestellt.
Auf dem Campingplatz in Lüdge haben Polizeibeamte der Spurensicherung unter anderem einen Monitor sichergestellt.  © DPA

Wie der Sprecher des NRW-Innenministeriums, Wolfgang Beus, gegenüber der Lippischen Landeszeitung bestätigte, habe er somit auch Zugriff auf die Asservatenkammer gehabt, aus der die Beweismittel verschwunden sind.

Der Polizist stehe jedoch nicht unter Verdacht. Das Ministerium schließe aber nicht aus, dass dieser Fall noch einmal in den Sonderermittlungen eine Rolle spielen könne.

Der Fall hatte sich zu einem Ermittlungsskandal ausgeweitet, als 155 Datenträger, die im vergangenen Dezember bei dem 56 Jahre alten Hauptverdächtigen gefunden wurden, spurlos aus den Räumen der Polizei Lippe verschwanden.

Am Montag will sich die Kreispolizei Lippe zu dem Fall äußern. Auf dem Campingplatz in Lügde an der Landesgrenze zu Niedersachsen wurden nach bisherigen Ermittlungen seit 2008 mindestens 31 Kinder im Alter von 4 bis 13 Jahren in mehr als 1000 Fällen Opfer sexuellen Missbrauchs.

Titelfoto: DPA

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