Weitere Campingplatz-Opfer werden befragt: Welche Folgen hat der Missbrauch für die Kinder?

Lügde - Im Prozess um den hundertfachen sexuellen Missbrauch von Kindern werden am Freitag vor dem Landgericht Detmold (9 Uhr) weitere Opfer und Angehörige vernommen.

Zuletzt wurde erneut eine Parzelle auf dem Campingplatz in Lügde durchsucht.
Zuletzt wurde erneut eine Parzelle auf dem Campingplatz in Lügde durchsucht.  © DPA

Am vierten Prozesstag will das Gericht von Opfern und Angehörigen erfahren, welche Folgen der Missbrauch für ihr Leben hatte.

Zum Auftakt in der vergangenen Woche hatten alle Angeklagten Geständnisse abgelegt, sodass die Zeugen nicht mehr im Detail zu den Taten auf einem Campingplatz bei Lügde aussagen müssen.

Vor Gericht stehen noch zwei Angeklagte, ein 56-Jähriger aus Lügde und ein 34-Jähriger aus Steinheim. Ihnen wirft die Staatsanwaltschaft hundertfachen sexuellen und schweren sexuellen Missbrauch von Kindern vor.

Die Deutschen sollen ihre Opfer auf dem Campingplatz an der Landesgrenze zu Niedersachsen auch wiederholt vergewaltigt haben. Am zweiten Verhandlungstag wurde das Verfahren gegen einen 49-Jährigen aus dem niedersächsischen Stade abgetrennt.

Einer der Angeklagten verbirgt sein Gesicht gegenüber der Presse.
Einer der Angeklagten verbirgt sein Gesicht gegenüber der Presse.  © DPA

Hier will das Gericht am 17. Juni ein Urteil verkünden. Er soll an Webcam-Übertragungen teilgenommen haben und teilweise zu den Gewalttaten angestiftet haben.

Nach der Ermittlung eines neuen Beschuldigten im Fall des massenhaften Missbrauchs von Kindern auf dem Campingplatz wird die Suche nach möglichen weiteren Verdächtigen vorangetrieben. Auch nach dem Prozessstart würden die noch erforderlichen Ermittlungen "mit Nachdruck fortgeführt", hatte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Donnerstag gesagt.

Die umfangreiche Auswertung der IT-Beweismittel dauere an. Bisher noch nicht befragte Kinder würden angehört. Am Donnerstag war bekannt geworden, dass es in dem Missbrauchsfall einen neuen Beschuldigten gibt.

Es handelt sich um einen 57 Jahre alten Mann aus Steinheim bei Höxter. Er war durch die Anhörung eines Kindes in den Fokus geraten. Am Mittwoch und Donnerstag durchsuchten Ermittler die Parzelle des Mannes auf dem Campingplatz in Lügde.

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