Nach Missbrauch auf Horror-Campingplatz: Ist Kinderschutz ein Tabuthema?

Lügde/Dortmund - Im Kampf gegen sexuellen Kindesmissbrauch und nach dem Bekanntwerden mehrerer Fälle in NRW hat der Unabhängige Beauftragte der Bundesregierung mehr Wachsamkeit in der Bevölkerung angemahnt.

So wohnte einer der mutmaßlichen Täter auf dem Campingplatz.
So wohnte einer der mutmaßlichen Täter auf dem Campingplatz.  © DPA

"Schuld ist in den meisten Missbrauchsfällen vor allem das Schweigen der Anderen", sagte Johannes-Wilhelm Rörig der Deutschen Presse-Agentur in Dortmund.

"Denn die Kinder haben vermutlich deutliche Signale gesendet, nur haben Eltern, Lehrer, Erzieher, zuständige Behörden diese nicht wahrgenommen. Sie haben weggehört." Die Gesellschaft müsse viel mehr Sensibilität entwickeln.

Das bedeute nicht, dass "nun jeder Lehrer, Betreuer, Trainer oder Pflegevater argwöhnisch beäugt wird", stellte der Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) klar.

Aber: Kinderschutz müsse "so etwas wie der Schulterblick beim Autofahren werden - gelernte Routine", forderte Rörig. Das Thema werde bislang tabuisiert.

Im Januar war bekanntgeworden, dass über viele Jahre hinweg Kinder auf einem Campingplatz in Lügde missbraucht wurden - 40 Opfer sind bisher ermittelt, drei Beschuldigte sitzen derzeit in U-Haft (TAG24 berichtete). Zudem wurden zuletzt weitere Fälle in Nordrhein-Westfalen bekannt.

Jörg Siebert steht mit seinem Belgischen Schäferhund Artus, der auf Datenträger spezialisiert ist, an der abgesperrten Parzelle des mutmaßlichen Täters.
Jörg Siebert steht mit seinem Belgischen Schäferhund Artus, der auf Datenträger spezialisiert ist, an der abgesperrten Parzelle des mutmaßlichen Täters.  © DPA

Titelfoto: DPA

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