Ein Geschoss aus Feuer und Stroh: Diese flammende Oster-Tradition ist Weltkulturerbe

Lügde - Immaterielles Weltkulturerbe und flammendes Spektakel: Mit brennendem Stroh gestopfte Holzräder rollen am Sonntag, um 21 Uhr, in Lügde den Hang hinab.

Die riesigen Holzräder werden erst mit Roggenstroh gefüllt...
Die riesigen Holzräder werden erst mit Roggenstroh gefüllt...  © DPA

Zu dem traditionsreichen Osterräderlauf im Kreis Lippe werden bis zu 20.000 Besucher erwartet. Die Veranstalter wollen in diesem Jahr ungeachtet der Negativschlagzeilen über den Missbrauchs- und Polizeiskandal von Lüdge die schönen Seiten ihrer Stadt präsentieren, hieß es vorab.

Nach einer mehrere Jahrhunderte alten Tradition stopfen die Lügder am Nachmittag Roggenstroh in riesige Holzräder, zünden es an und schicken die Feuerräder nach Einbruch der Dunkelheit einen Berg hinab.

Sie erreichen dabei Geschwindigkeiten von bis zu 60 Stundenkilometern. Damit die Holzräder selbst kein Feuer fangen, werden sie vorher mehrere Tage in einen Fluss gelegt und gewässert. Kommen die Räder gut ins Tal, wird es dem alten Volksglauben folgend ein gutes Erntejahr geben.

Seit Dezember 2018 ist der Osterräderlauf als immaterielles Kulturerbe Deutschlands bei der Unesco gelistet - auch weil der Brauch für die Bewohner der Stadt ein stark identitätsstiftendes Ereignis sei.

...und dann angezündet und den Hang hinabgestürzt.
...und dann angezündet und den Hang hinabgestürzt.  © DPA

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