Nach Missbrauch auf Campingplatz: Polizei ermittelt in den eigenen Reihen

Lügde - Sechs Monate nach dem Bekanntwerden des Missbrauchsfalls Lügde wertet der unabhängige Beauftragte der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs die Empörung über das erste Urteil als positives Signal.

Zu einer zweijährigen Haftstrafe auf Bewährung wurde einer der Täter, Heiko V., verurteilt.
Zu einer zweijährigen Haftstrafe auf Bewährung wurde einer der Täter, Heiko V., verurteilt.  © dpa/Bernd Thissen

"Sie zeigt, dass die Sensibilität in Politik und Gesellschaft gestiegen ist und Taten, die im digitalen Raum ausgeführt werden, eine neue Bewertung brauchen", sagte Johannes-Wilhelm Rörig der Deutschen Presse-Agentur.

Am 30. Januar hatte die Polizei des Kreises Lippe vor einem halben Jahr erstmals über den Missbrauchsfall auf einem Campingplatz bei Lügde an der Landesgrenze zu Niedersachsen informiert.

Das Landgericht Detmold hat Mitte Juli in einem ersten Urteil einen 49-jährigen Mann aus Niedersachsen zu einer zweijährigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt. Er hatte dem Missbrauch auf dem Campingplatz per Video-Übertragung zugeschaut.

Opfervertreter und Kinderschützer hatten das Urteil als zu milde kritisiert. Der Prozess gegen die Hauptangeklagten wird am 1. August fortgesetzt.

Nach Angaben einer Sprecherin der Polizei Bielefeld werde weiterhin gegen zwei Polizeibeamte wegen des Verdachts der Strafvereitelung im Amt sowie gegen acht Mitarbeiter von Jugendämtern und gegen vier Mitarbeiter anderer sozialer Organisationen wegen des Verdachts der Verletzung der Fürsorgepflicht ermittelt.

Zum Stand der Ermittlungen machen die Behörden derzeit keine Angaben.

Mehrfach wurden Teile des Campingplatzes in Lügde von der Polizei durchsucht.
Mehrfach wurden Teile des Campingplatzes in Lügde von der Polizei durchsucht.  © dpa/Guido Kirchner

Titelfoto: dpa/Guido Kirchner

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